Massives Artensterben – auch bei uns im Norden! Das können Sie dagegen tun

 

Ein Achtel aller Tierarten sollen bald verschwunden sein, in Hamburg ist jede zweite Säugetierart vom Aussterben bedroht – alarmierende Zahlen! Dennoch scheint sich kaum etwas zu ändern, im Gegenteil: So soll etwa der Vollhöfner Wald in Hamburg für Lagerhallen weichen und die geplante A26 Ost in Moorburg betoniert ein Feuchtgebiet zu. Wenn die Politiker zu langsam sind, müssen wir ran: Es gibt ein paar Dinge, die bestimmt jeder in seinen Alltag integrieren kann.

 

Bekassine, Goldregenpfeifer, Schließmundschnecke. Sagen auch Ihnen diese Tierarten nichts? Kein Wunder, denn ihr Bestand ist in Deutschland schwindend gering. Wir Menschen sind dafür verantwortlich, dass Tiere aussterben oder davon bedroht sind. Klingt hart, ist aber so. „Es hilft nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir wissen sehr viel über die Arten. Und wir wissen auch, was die Ursachen für ihr Aussterben sind. Das heißt, es ist Zeit, dass die Politik handelt und sich auch die Gesellschaft mehr dafür einsetzt“, sagt Anne Ostwald, Biologin bei dem Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Also: Kopf aus dem Sand und ran an den Speck. Ne, Moment mal: an die Artenrettung!

1. Weniger Rasen mähen


Auch wenn ein wild wuchernder Garten vielleicht unschön aussieht: Die Tiere lieben das! Daher ist es am besten, wenn Sie Ihren Garten so natürlich wie möglich anlegen. So finden dort mehr Tiere ein Zuhause. Besonders Insekten freuen sich über eine große Auswahl an blühenden Pflanzen. Und ganz wichtig: unbedingt auf Pestizide und Dünger verzichten.

2. Beim Einkauf aufs Siegel achten


Denn die geben uns Auskunft über das Produkt, etwa woher sie kommen oder wie sie produziert wurden. FSC (Forest Stewardship Council) fördert zum Beispiel Holz und Papier aus umweltverträglicher Waldwirtschaft. Oder MSC (Marine Stewardship Council) achtet darauf, dass der Meeresbestand wegen Überfischung nicht bedroht wird.

3. Öfter auf Fleisch verzichten


Mehr als ein Drittel der Landfläche auf der Erde und 75 Prozent vom Süßwasser werden für die Landwirtschaft genutzt. Das meiste davon für die Viehzucht, wie beispielsweise den Anbau vom Viehfutter Soja. Pflanzliche Lebensmittel sind deutlich Ressourcen schonender. Und setzen außerdem weniger Treibhausgase frei.

4. Palmöl weglassen


Denn der Anbau von Palmölplantagen ist neben dem von Soja einer der Hauptgründe, wieso der Regenwald abgeholzt wird. Das Öl soll ja eh krebserregend sein. Also nichts wie weg mit! Doch das ist gar nicht so einfach, denn das Palmöl ist oft tückisch versteckt: in Kosmetika, Waschmittel, Süßigkeiten und Fertigprodukten zum Beispiel. Da bleibt leider nur gründlich die Inhaltsstoffe auf der Produktrückseite zu studieren übrig.

5. Weniger ins Flugzeug steigen


Nichts Neues, wenn’s um Umweltfreundlichkeit geht. Der Ausstoß an Kohlenstoffdioxid (CO²) eines Flugzeuges ist aber auch enorm. Zum Vergleich: Fährt man mit dem Auto (Benziner) von Basel nach Hamburg, stößt man pro Person etwa 132 kg CO² in die Umwelt. Mit dem ICE sind es 24,9 kg. Und mit dem Flugzeug 147,9 kg pro Passagier.

 

Jasmin Bergmann

 

Der Goldregenpfeifer ist ein sehr seltener Brutvogel in Deutschland.

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