Verletzt und gefesselt auf dem Friedhof


Der Angeklagte war im Oktober 2018 verletzt und gefesselt von Zeugen auf dem Waldfriedhof im Ostseebad Timmendorfer Strand gefunden worden. Gegenüber der Polizei hatte der Angeklagte damals behauptet, er sei von Unbekannten in seiner Wohnung überfallen und mehrere Tage lang gefangen gehalten worden, bevor er schließlich auf dem Friedhof an eine Bank gefesselt zurückgelassen worden sei.

Einige Wochen zuvor, im Juli 2018, soll er bei einem Überfall auf einen Discounter in Lübeck mehrere tausend Euro erbeutet haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft versteckte er sich in dem Laden und bedrohte nach Geschäftsschluss die Angestellten mit einer Softairwaffe, so dass sie ihm die geforderten Tageseinnahmen gaben. Bereits im August 2017 soll er sich eine Schulleiterstelle in Lübeck erschlichen haben, in dem er gefälschte Ausbildungszeugnisse vorlegte. Er habe gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollen, aber mit seinem Hauptschulabschluss keine Chance dafür gesehen, sagte er.

Geständnis zum Prozessauftakt


Am ersten Prozesstag räumte der Angeklagte die Taten ein. Er habe damals in einer Scheinwelt gelebt und bereue die Taten, sagte der heute 39-Jährige. Der Prozess wird am 30. Januar mit einer Zeugenvernehmung fortgesetzt. Insgesamt sind 15 Zeugen und eine Sachverständige geladen. Danach sollen voraussichtlich die Plädoyers gehalten werden. Ein Urteil soll voraussichtlich Anfang Februar verkündet werden.


Quellen: RTL Nord, dpa

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