Kreis Emsland wird FSME-Risikogebiet

Eigentlich denkt man bei Gefahr durch Zeckenbisse vor allem an Süddeutschland. Doch jetzt wurde der niedersächsische Landkreis Emsland vom Robert-Koch-Institut als FSME-Risikogebiet ausgewiesen, nachdem dort seit 2016 acht Fälle registriert wurden, bei denen die Infektion im Landkreis erfolgt ist. Das Emsland ist das nördlichste der mehr als 160 Risikogebiete in ganz Deutschland. Die meisten davon befinden sich in Bayern und Baden-Württemberg.

Wie ein Landkreis zum FSME-Risikogebiet wird, erfahren Sie im Video.

Gefahr durch Zecken


Die Sonne scheint und die Temperaturen steigen. Der Frühling kündigt sich an. Und mit den milden Temperaturen ab 7 Grad kommen auch langsam die Zecken aus ihren Winterquartieren. Und das kann für Menschen schnell gefährlich werden. Denn der heimische allgemeine Holzbock überträgt schwere Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Die FSME-Erkrankung verläuft bei einem großen Teil der Infizierten und insbesondere bei Kindern milde und ähnelt eher einer Sommergrippe. In 20 bis 30 % der Fälle kann sie aber auch schlimme Folgen haben und zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks führen. Auch bleibende Schäden wie Lähmungen können nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wird Menschen, die sich in Risikogebieten aufhalten, zu einer Impfung geraten.

Impfung empfehlenswert


Die Impfempfehlung gilt nicht nur für die Einwohnerinnen und Einwohner des Landkreises, sondern auch für Personen, die sich aus anderen Gründen dort aufhalten – also auch Urlauber. "Eine Impfung bietet den besten Schutz gegen eine FSME-Erkrankung" betont Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes. "Für Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder einen Aufenthalt in diesem Gebiet planen, besteht jetzt noch ausreichend Zeit, sich impfen zu lassen, bevor die Hochphase der Zeckenaktivität im Frühjahr beginnt."

Nach zwei Impfungen besteht eine Schutzwirkung, die allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Um den Impfschutz zu komplettieren, ist eine dritte Impfung notwendig, die fünf bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung fällig ist. Der Impfschutz hält je nach Alter danach für drei Jahre an. Für Menschen, die in FSME-Risikogebieten in Deutschland wohnen oder dorthin reisen, werden die Kosten von den Krankenkassen getragen.

Im Freien vorsichtig sein


Neben der Impfung gibt es noch weitere Vorsichtsmaßnahmen, um sich vor Zeckenbissen zu schützen:

- Beim Spazieren durchs Unterholz den Körper bedeckende helle Kleidung und festes Schuhwerk tragen
- Zeckenabweisende Hautschutzmittel sollten eingesetzt werden, bieten aber keinen hundertprozentigen Schutz
- Kinder sollten nach dem Spielen in Wäldern oder auf Wiesen gründlich nach Zecken abgesucht werden. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen
- Auch Tiere sollten regelmäßig kontrolliert werden, da Zecken unter Umständen bei engem Kontakt auf den Menschen übergehen könnten

Zecken schnell entfernen


Wenn man eine Zecke findet, die bereits zugestochen hat, sollte man sie schnell entfernen, da sie auch andere Krankheiten übertragen können, gegen die man sich nicht impfen lassen kann, wie zum Beispiel Borreliose. Die Entfernung der Zecke kann mit den Fingerspitzen oder einem Hilfsmittel wie einer Pinzette geschehen. Dabei sollte die Zecke dicht an der Hautstelle, an der sie sich festgesaugt hat, gefasst und dann vorsichtig herausgezogen werden, ohne die Zecke zu zerquetschen. Anschließend sollte die Stichstelle desinfiziert werden.


Quellen: RTL Nord, dpa, Robert-Koch-Institut

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