Klimawandel vertreibt Kraniche aus Norddeutschland – und lockt andere Tiere an

 

Immer weniger Kraniche halten sich im Diepholzer Moor auf, dem größten Kranich-Rastplatz in Niedersachsen. Grund: Die Trockenheit der beiden vergangenen Jahre.

 

Welche Vögel dagegen überhaupt nicht mehr fortziehen und wen das sogar ziemlich frustriert, sehen Sie im Video.

 

23 000 Kraniche rasten im Diepholzer Moor

 

Zurzeit ziehen wieder tausende von Kranichen von Skandinavien nach Südwesteuropa über Norddeutschland hinweg.  Im langjährigen Vergleich sind es allerdings immer weniger Tiere, die im Land Station machen. „Am Wochenende haben wir in der Diepholzer Moorniederung rund 23 400 Kraniche gezählt“, sagte Kerrin Obracay, die beim Bund für Umwelt und Naturschutz in der Dümmer-Region in Wagenfeld die Kranichzählungen koordiniert.

 

Diepholzer Moor durch Klimawandel zu trocken

 

In anderen Jahren seien Mitte Oktober auch schon 40 000 Kraniche im Diepholzer Moor gewesen. Ein Grund sei der nach zwei trockenen Jahren immer noch zu niedrige Wasserstand in den Mooren. Vor einem Jahr hätten Mitte Oktober rund 25 000 Tiere in der Region gerastet.

 

Kraniche brauchen flache Gewässer zum Schlafen

 

Die Vögel benötigen als Rastplätze Regionen, wo sie im flachen Wasser stehend schlafen können. So sind sie vor Füchsen geschützt und finden auch genügend Nahrung - von Insekten, Schnecken, Fröschen und Kleinsäugern über Mais- und Getreidekörner bis zu Erbsen, Bohnen, Eicheln oder Kartoffeln. In Niedersachsen seien die eigentlich idealen Moore mittlerweile zu trocken. „Der Schlafplatz ist der sensibelste Bereich in dem Rastgebiet, wenn der nicht passt, dann verlassen die Kraniche relativ schnell wieder die Gegend, weil der Sicherheitsfaktor nicht da ist“, erklärte Obracay.

 

Kraniche live erleben

 

Wer in der Diepholzer Moorniederung informative Exkursionen zu den Kranich-Beobachtungspunkten erleben möchte findet spezielle Angebote im beim Europäischen Fachzentrum Moor und Klima in Wagenfeld unter www.moorwelten.de .

 

Quelle: RTL Nord, dpa

 

Patrick Kreitz / Nicole Ide

 

Kormorane
Mag ich