Kehle im Schlaf durchtrennt: Mann wegen Mordes an Freundin vor Gericht

 

Ihre Liebe verwandelte sich in blanke Angst: Sabine D. (34) fürchtete um ihr Leben, hatte Sorge, ihr Freund Stephan H. (53) könnte ihr etwas antun. Aus Angst vor ihm schaffte sie wohl alle Messer aus dem Haus - bis auf ein Cuttermesser in ihrem Arbeitskittel. Ausgerechnet damit soll ihr Stephan H. im Sommer 2019 dann die Kehle durchtrennt haben. Vor dem Landgericht Oldenburg musste sich der mutmaßliche Täter nun erstmals deswegen verantworten.

Wie der Angeklagte dabei auftrat und was für Bestürzung im Publikum sorgte, sehen Sie im Video.

  

Aus Liebe wird Angst

 

Seit fast zehn Jahren waren Sabine und Stephan ein ungleiches Paar. Sie eine freundliche Supermarkt-Kassiererin; er ein Choleriker, der früher Mitglied in einem Rockerclub gewesen sein soll, dort angeblich rausgeflogen war. Vor einiger Zeit wohl kippte die gute Stimmung zwischen beiden, es gab oft Streit. Sabine spielte offenbar mit dem Gedanken sich zu trennen. Bereits Monate vor der tödlichen Tat würgte Stephan H. sie, bis sie Blut spuckte. Danach wollte das spätere Opfer nicht mehr im gemeinsamen Schlafzimmer übernachten; ihn zu verlassen, traute sie sich aber auch nicht.

Mord am Morgen


Im Juli dann bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen von Sabine D.: Stephan H. soll sich am frühen Morgen an seine schlafende Freundin herangeschlichen haben. Mit einem Cuttermesser durchtrennte er mutmaßlich ihre Kehle. Blutüberströmt flüchtete die 34-Jährige zu Nachbarn, brach dort schließlich tot zusammen. Stephan H. verletzte sich bei der Attacke, wurde noch am Tatort von Spezialkräften der Polizei festgenommen.

  

Ein Mann mit zwei Gesichtern


Vor drei Jahren waren Stephan und Sabine in die ruhige Nachbarschaft in Oldenburg gezogen. Obwohl Stephan H. in Untersuchungshaft sitzt, wollen die Anwohner dort auch heute nicht offen vor der Kamera sprechen. Sie wollen sich schützen, sagen manche. Zu groß ist die Angst, Stephan H. könne sich in irgendeiner Weise an ihnen rächen. "Der Mann lebt und ist gefährlich", sagen Nachbarn über ihn, "er ist ein Mann mit zwei Gesichtern". Nach dem Einzug des Paares habe man gedacht, es seien beides nette Leute. Doch später sei Stephan H. als extrem eifersüchtig aufgefallen. Einige Nachbarn hätten sich bedroht gefühlt und den Kontakt mit ihm vermieden. Eine Anwohnerin sagt gegenüber RTL, sie traue sich seit dem Mord nicht mehr im Dunkeln raus: "Es ist alles noch im Kopf."

  

Roland Rickelmann / Patrick Testa-Kreitz

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