Er soll ein Statement sein: Gegen Rassismus, negative Energie und vor allem gegen Hass. All das soll „Der Schwamm“ aufsaugen; eine übergroße, gelbe Kunstinstallation an der Hamburger Binnenalster. Doch schon in der ersten Nacht nach dem Aufstellen muss er ordentlich Federn lassen.
 
 

Zum Nachdenken anregen

 
 
Den überdimensionalen Putzschwamm ziert der Hinweis „Nicht zerstören“. Geholfen hat es nichts. In der Nacht vom 23. auf den 24. Mai haben unbekannte Täter große Stücke aus dem Kunstwerk gepflückt. Jetzt erinnert es an einen Schweizer Käse.

Der Schwamm entstand nach einer Idee des Hamburger Journalisten und Künstlers Michel Abdollahi. Anlässlich des siebzigsten Geburtstages des Grundgesetzes wurde er am Jungfernstieg aufgestellt. Passanten sollten durch ihn auf Rassismus und Hetze aufmerksam gemacht und zum Nachdenken und Diskutieren angeregt werden. Diskussionen gibt es jetzt tatsächlich, nur eben nicht zum eigentlichen Thema.
 
 

Politisch motiviert?

 
 
Denn so wie „Der Schwamm“ nicht zum ersten Mal in Hamburg zu sehen ist, ist es auch keine Premiere, dass Vandalen über ihn herfallen. 2016 stand das Kunstwerk in der Hafencity, wurde dort jedoch in Brand gesteckt. Beim zweiten Versuch wurde das sensible Objekt nach Augsburg ausgeliehen, dort allerdings von unbeaufsichtigten Kindern in Stücke gerissen.
Immerhin steht der Schwamm beim dritten Versuch noch, nur hat er sichtbar gelitten. Die Polizei ermittelt, ob es sich um blinde Zerstörungswut oder eine politische motivierte Tat handelt.
 
 

Schwamm zieht um

 
 
Noch weit vor den Ermittlungsergebnissen ziehen die Köpfe hinter der Kunst schon Konsequenzen: Der Schwamm zieht rasch um – von der Reesendammbrücke am Jungfernstieg auf das Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Kampnagel.
 
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