Kampf gegen Rechts: Bremer sollen auffälliges Verhalten beim Verfassungsschutz melden

 

Die Gefahr von rechtsextremer Gewalt nimmt zu. Bundesweit gab es im vergangenen Jahr 152 rechtspolitisch motivierte Straftaten – 42 mehr als im Vorjahr. Deshalb fordert der Verfassungsschutz Bremen die Bürger jetzt ganz konkret zur Mithilfe auf: Sie sollen sich bei Hinweisen oder Fragen an die Behörde wenden.
 

Hotline gegen Rechts

 
Wenn jemand rechtes Verhalten oder auffällige Äußerungen beobachtet, kann er sich ab sofort per Mail oder telefonisch an den Verfassungsschutz wenden. Auch anonyme Hinweise sind möglich. Die Hotline ist rund um die Uhr unter folgender Telefonnummer erreichbar.: 0421-537 72 50.
"Bürgerinnen und Bürger sollten ihr Unbehagen im Kontakt mit einem mutmaßlichen Extremisten nicht für sich behalten oder gar dulden", sagte Behördenleiter Dierk Schittkowski. Er betont: „Extremismus geht uns alle an.“
 

Einmalige Vorgehensweise

 
Der bundesweit einmalige Appell einer Sicherheitsbehörde ist die Reaktion auf jüngste Gewalttaten von Rechtsradikalen, wie der Mord an den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und der Anschlag in Halle. Der Bremer Verfassungsschutz wolle nun ein Frühwarnsystem entwickeln, benötige dafür aber Hinweise aus der Öffentlichkeit.
 

Gefahr von Rechts

 
Deutschlandweit gibt es nach Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz 12 700 Neonazis und weitere Rechte, die im Zusammenhang mit ihrer Gesinnung bereits gewalttätig wurden oder dies zumindest ankündigen. Mindestens 43 Personen aus diesem Kreis stuft die Polizei als Gefährder ein. Das sind Menschen, denen ein Attentat zugetraut wird.
 
 
Metin Turan
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