Neuartiges Luftreinigungsgerät in Kiel aufgestellt


Der erste Prototyp eines neuartigen Luftreinhaltegerätes zur Bekämpfung von Diesel-Abgasen ist am Mittwoch in Kiel an dem besonders stark belasteten Theodor-Heuss-Ring aufgestellt worden. Zunächst werde das mobile Gerät, das Luft ansaugen und gereinigt wieder ausstoßen soll, dort nur eine Woche platziert.

Einwöchige Testphase


Bei dem einwöchigen Test geht es zunächst darum, praktische Probleme wie Lärmmessung, Stromversorgung, die Verkehrssicherheit und die Akzeptanz der Bürger zu klären, erläuterte Geschäftsführer Robert Krüger von der Entwicklungsfirma Purevento aus Trittau, einer Gemeinde im schleswig-holsteinischen Kreis Stormarn. Als Alleinstellungsmerkmal nannte Krüger die Mobilität des Geräts, das als 3,5-Tonnen-Anhänger von Ort zu Ort gefahren und ohne Baugenehmigung schnell aufgestellt werden könne. Bislang neuartig sei auch die Fähigkeit dieses Stadtluftreinigers, gleichzeitig Feinstaub und alle gasförmigen Schadstoffe wie Stickoxide in einem zweistufigen Verfahren aus der Luft herauszufiltern.

Wie genau das Luftreinhaltegerät aussieht, zeigt Ihnen unsere Reporterin Katharina Steinhöfel im Video.

Der Prototyp werde dann in anderen Städten in Deutschland vorgestellt und in etwa zwei Monaten nach Kiel zurückkehren für einen mehrwöchigen Luftreinhalte-Praxistest. In welchen Städten das Gerät vorgestellt werde, wollte Krüger nicht sagen. Die besonders belasteten Städte Stuttgart und München gehörten aber nicht dazu.

Kiels Oberbürgermeister zurückhaltend


Der Hersteller geht davon aus, mit sechs Geräten die Stickoxidbelastung an dem 190 Meter langen Theodor-Heuss-Ring um etwa zehn Prozent reduzieren zu können. Die Stadt Kiel will den Praxistest mit Messungen abwarten. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) betonte, was diese Geräte bringen, sei noch nicht abschätzbar. Das Umweltministerium des Landes werde entscheiden, ob die Geräte als eine Maßnahme mit in den Luftreinhalteplan für die Stadt Kiel kämen.

Experte vom Umweltbundesamt sieht Luftstaubsauger kritisch


Ein Experte des Umweltbundesamtes sieht Geräte wie den Luftstaubsauger des Unternehmens Purevento kritisch. „Man muss an die Wurzel des Bösen ran. Nur da macht es eigentlich Sinn anzusetzen“, sagte Marcel Langner, Fachmann für Grundsatzfragen der Luftreinhaltung. Jede Maßnahme, die in der Außenluft ansetze, sei wesentlich ineffizienter als eine, die direkt am Auspuff beginne.


Quellen: RTL Nord, dpa

Luftfilter in Kiel
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