Jede Stimme zählt: So haben wir Hamburger Wahlmuffel zur Urne getrieben

 

Im Vergleich zur vergangenen Bürgerschaftswahl ist die Wahlbeteiligung nach ersten Ergebnissen von 56,5 auf 63,3 Prozent deutlich gestiegen. Unsere Reporterin Jana Schubert hat ihren Teil dazu beigetragen, denn sie wollte keine Ausrede gelten lassen und hat versucht am Sonntag die Hamburger bei Schietwetter zum Wahllokal zu bringen.

 

Ob unsere Reporterin tatsächlich Erfolg hatte und welcher Service mit inbegriffen war, sehen Sie im Video.

 

Kater statt Kreuze machen – nicht mit uns!

 

Mit einem Wahltaxi will Jana Schubert es den Wahlmuffeln so angenehm wie möglich machen. Am Sonntagmorgen startet sie gleich auf dem Kiez auf der Suche nach noch wachen Partygängern, um sie noch vor dem Schlafengehen abzufangen und zum Wählen fahren zu können. Da nutzt die 37-jährige Isabell diese angenehme Gelegenheit sich direkt in Ihr Wahllokal in der Wohlwillstraße um die Ecke fahren zu lassen. „Wir leben in einer Demokratie, das muss man nutzen. Ich denke jeder regt sich irgendwie über Politik auf, aber selber machen wollen wir es ja auch nicht. Dann sollten wir zumindest mitbestimmen“, erklärt die Hamburgerin.

 

"Ich weiß gar nicht, wen ich wählen soll“

 

Aber nicht nur auf St. Pauli versucht unsere Reporterin die Leute zur Wahl zu ermutigen, auch in Eppendorf sucht sie und stößt hier auf einen überzeugten Nichtwähler: "Ich habe mir meine Wahlunterlagen schicken lassen und krieg da so einen Packen Unterlagen und mit tausend Namen und überall fünf Kreuzchen, da habe ich gesagt: Nee, Mülltonne." Auch auf Nachfrage unserer Reporterin lässt sich der ältere Herr nicht zum Wahllokal fahren. In Wandsbek trifft unsere Reporterin auf eine unentschlossene Mutter: "Ich weiß gar nicht, wen ich wählen soll“ wiegelt sie mit ihrem Jungen an der Hand ab. „Aber sie haben doch eine Stimme, die zählt“, versucht unsere Reporterin zu motivieren. „Die interessiert doch gar keinen!“

 

Wählen – die unmittelbarste Form der Demokratie

 

Nils Eckert am Wandsbeker Markt lässt sich dagegen von unserer Reporterin schnell ins Wahltaxi einladen, obwohl er eigentlich noch so viel zu erledigen hat. Für den 29-Jährigen ist Wählen die unmittelbarste Form der Demokratie. Nicht wählen steht für ihn nicht zur Debatte. Trotzdem hat er eine Vermutung, warum sich einige Hamburger nicht beteiligen: "Vielleicht eine gewisse politische Verdrossenheit würde ich da mal postulieren, weil einfach der Eindruck bei manchen da ist, man kann nichts ändern an den Zuständen, man ist irgendwie unzufrieden, sieht nicht wirklich einen Ausblick.“

 

„…es ist wichtig, dass du wählen gehst!“

 

Dann trifft Reporterin Jana Schubert in Horn auf den 19-jährigen Kevin. Er hatte das Wählen für heute schon abgeschrieben: „Ich weiß, es gehen viele wählen. Da macht meine Stimme jetzt vielleicht nicht den größten Unterschied.“ „Aber deine Stimme macht einen ganz großen Unterschied. Jeder von uns hat eine und es ist wichtig, dass du wählen gehst!“, überzeugt unsere Reporterin den jungen Mann. Keine zehn Minuten später hat er seine Kreuze im Wahllokal gemacht.

 

Hamburg war Schlusslicht

 

Damit gehört Kevin zu den 63,3 Prozent, die am Wahlsonntag bei Schietwetter in Hamburg ihr Wahlrecht genutzt haben. Da 2015 nur 56,5 Prozent gewählt haben, war Hamburg bisher Schlusslicht im Vergleich zu den vergangenen Landtagswahlen in ganz Deutschland. Die Bayern sind übrigens Spitzenreiter. 2018 stimmten dort 72,3 Prozent ab.

 

Jana Schubert / Nicole Ide

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