In Hamburg sagt man Tschüss! Emotionale Trauerzeremonie für Schauspieler Jan Fedder

 

Hamburg, seine Perle, hat sich heute mit einer emotionalen Trauerzeremonie von Schauspieler Jan Fedder verabschiedet. Seine Frau Marion, zahlreiche Schauspiel-Kollegen, Kiez-Legenden und Freunde aus der Musik- und Filmprominenz nahmen im Michel Abschied von Jan Fedder. Tausende Menschen verfolgten auf Hamburgs Straßen den Trauerkonvoi über die Reeperbahn.


Wie ergriffen die Promis und Hamburg vom Tod des Schauspielers sind und weitere Eindrücke der Trauerfeier, sehen Sie im Video.


Jan Fedder: Die Großstadt Hamburg war sein Revier


Am 30. Dezember 2019 war Jan Fedder im Alter von 64 Jahren nach jahrelanger Krebserkrankung gestorben. Der Schauspieler war vor allem in seiner legendären Rolle als Großstadtrevier-Polizist Dirk Matthies bekannt. 28 Jahre lang sorgte er in der ARD-Serie auf dem Kiez für Recht und Ordnung. Sein Markenzeichen: Der norddeutsche Akzent. Aufgewachsen ist der Hamburger Jung auf St. Pauli und dort blieb er bis zu seinem letzten Tag. Noch ein letztes Mal Kiez - das war sein ganz persönlicher Wunsch für den Trauerkonvoi nach seinem Tod.


Die Ereignisse der Trauerfeier im Überblick:


Schon vor Beginn der Zeremonie haben sich einige Fans und Journalisten vor der Hauptkirche St. Michaelis eingefunden. Der Michel war ein Wunsch von Fedder selbst, denn dort wurde er getauft, konfirmiert und verheiratet. Rund 1800 von der Familie und dem NDR geladene Gästen fanden sich um 14 Uhr zur offiziellen Trauerfeier zusammen. Darunter auch einige Prominente, wie Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher, TV-Koch Tim Mälzer, Fernsehmoderator Jörg Pilawa, Scooter-Sänger H.P. Baxxter und Kiez-Legende Olivia Jones.

Auch Fedders Kollegen vom „Großstadtrevier“ und Schauspiel-Kollegen wie Claude Oliver Rudolph, Axel Milberg und Uschi Glas erwiesen ihm die letzte Ehre. „Er war einfach ein kerzengerader Mensch, hat immer seine Meinung gesagt und hatte null Allüren“, erinnert sich Uschi Glas. Witwe Marion wurde von Jörg Pawlik, dem Produktionsleiter des Großstadtreviers, in den Michel begleitet. Hunderte Fans verfolgten die Trauerfeier auf einer Großbildleinwand vor dem Kirchplatz live.


23 Rosen auf dem Sarg ihres Mannes: Ein Liebesbeweis von seiner Frau Marion


„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“, zitierte der Hauptpastor Alexander Röder aus der Bibel. Wahrscheinlich in Anspielung auf Fedders lange und schwere Krebserkrankung. In Erinnerung bleibt er aber vor allem als großartige Persönlichkeit. „Dein rauer Charme, deine Gelassenheit, deine Geradlinigkeit, deine direkte Art, dein Herz und der Schalk im Nacken hat gut zu uns gepasst. Mit 30 Jahren Großstadtrevier wirst du immer zur Familie der Polizei Hamburg gehören“, sagt Polizeipräsident Ralf Martin Meyer über Fedder.
Auch Volker Herres, Programmdirektor der ARD und Lutz Marmor, Intendant des NDR hielten Ansprachen zu Ehren ihres geschätzten Kollegen. Als letztes nahm seine Frau Marion Fedder mit persönlichen Worten von ihrer großen Liebe Abschied. „Du warst meine Familie, mein Mann, mein Fels, mein engster Vertrauter, mein Alles. Es wird nie wieder jemanden geben so wie dich.“ Sie legte 23 Rosen auf den Sarg ihres Mannes, die ein Symbol für 23 Jahre Beziehung sind. Seit 2000 waren die beiden auch verheiratet.


Eine letzte Runde über den Kiez


Zum Ende der Trauerfeier ließen Elbschiffe ihre Schiffshörner erklingen. Vom Michel startete dann gegen 15:15 Uhr ein Trauerzug in Richtung Reeperbahn. Der Sarg wurde in einem historischen Mercedes aus den 80er Jahren transportiert, begleitet von einer Kolonne der Hamburger Polizei. Fans applaudierten ihrem Idol und hunderte Menschen sahen dem Konvoi von den Straßen aus zu.
Vor der Kneipe „Ritze“ auf der Reeperbahn wurde „Ave Maria“ gesungen, als der Trauerzug vorbeifuhr. Als der Konvoi die große Freiheit passierte, lief dort ein 7-minütiger Film zu Ehren Fedders. Der Trauerzug führte auch an Fedders Wohnung in St. Pauli vorbei, die heute einer Pilgerstätte glich. Zahlreiche Trauernde hatten hier Kerzen, Blumen und Briefe abgelegt. Der Konvoi endete am Millerntorplatz. Von da aus wurde der Sarg dem Ohlsdorfer Friedhof übergeben, wo Jan Fedder in privatem Kreis beigesetzt wird.


Lorraine McIlvenny

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