Im Blindflug: Fahrtraining für Sehbehinderte

 

Einmal richtig Gas geben - für blinde Menschen ein oft unerfüllbarer Traum. Auf dem Fliegerhorst Wunstorf aber wurde er nun Realität.

Welche Freude es macht, auch ohne Sehkraft über die Landebahn zu fegen, zeigen wir Ihnen im Video.

 

Rasen auf dem Fliegerhorst

 

43 Fahrschüler dürfen sich am Steuer austoben. Auf der Start- und Landebahn des Fliegerhorsts Wunstorf gibt es dabei Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde. An sich nichts besonderes. Doch hier sitzen Fahrer am Steuer, die gar nicht oder nur sehr schlecht sehen. Sie rasen im Blindflug über die Piste.

 

Lions-Club organisiert


Bereits zum vierten Mal fand das Fahren für Blinde auf dem Fliegerhorst Wunstorf statt. Die Idee dafür kommt vom Lions-Club Hannover Eilenriede. Madan Arora aus dem Clubvorstand erinnert sich an den Vorschlag, der alles ins Rollen brachte: "Als ich gefragt habe, was würden Sie sich wünschen, da haben die jungen Leute gesagt: Wir würden einmal in unserem Leben gerne Auto fahren! Dann bin ich auf die Suche nach Fahrschulen gegangen."

 

Mit 200 Sachen über die Bahn


Mittlerweile sind acht Fahrlehrer dabei -und verhelfen den Fahrern hier ehrenamtlich zu Spitzengeschwindigkeiten. Für alle Teilnehmer ist das Fahrtraining ein Highlight des Jahres. Diesen Geschwindigkeitsrausch können sie nur auf dem Fliegerhorst ausleben. "Das ist etwas, was nicht Sehenden eigentlich völlig verwehrt ist", sagt Hauptmann Holger Kipp vom Stützpunkt. "Hier haben wir Straßen, die sind 25,40 Meter breit, einige ausgenutzt. Das Flugzeug hebt ja erst bei 200 km/h ab, das darf das Auto auch mal fahren."

 

Nadja Kott / Patrick Testa-Kreitz

 

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