70. Heideblütenfest: Erzieherin Leonie ist die neue Königin

 

Amelinghausen hat seine neue Majestät gekürt: Die 19-jährige Leonie Laryea gewann am Sonntag die Wahl zur Heidekönigin im Rahmen des 70. Heideblütenfestes. Die junge Erzieherin wird die Region nun ein Jahr lang bundesweit repräsentieren und legt besonders Wert darauf zu zeigen, wie aufgeschlossen und vielfältig ihre Heimat ist.

 

Leonie setzt sich gegen vier andere Bewerberinnen durch


Auch das regnerische Wetter konnte am Wochenende die Gemeinde Amelinghausen in der Lüneburger Heide nicht trüben. Das Dorf feierte traditionell sein alljährliches Heideblütenfest, in diesem Jahr bereits zum 70. Mal. Dass es auf der Jubiläumsfeier dann noch zu einer echten Premiere kam, ist dem Sieg der diesjährigen Heidehoheit zu verdanken. Die in Amelinghausen geborene Leonie Laryea hat ghanaische Wurzeln und ist die erste dunkelhäutige Heidekönigin. Die Erzieherin konnte sich gegen vier andere Bewerberinnen durchsetzen und durfte sich beim anschließenden Heideblütenumzug auch gleich von ihrer Gemeinde feiern lassen.

 

Woher kommt die Tradition der Heide-Feierlichkeiten?

 

Schon seit 1949 feiern die Amelinghausener jedes Jahr im Sommer mit einem Fest die Heideblüte, die in der Region ganze Felder mit lila Teppichen schmückt. Und weil die 4000 Seelen-Gemeinde so an ihrer Heide hängt, gebührt man ihr auch genauso lang schon mit einer eigenen Königin. 1990 hatte beispielsweise schon Jenny Elvers die Ehre, die Heidekrone tragen zu dürfen. Die erste Amtshandlung einer jeden gewählten Majestät: Der Heideblütenumzug durch den Ortskern, zu dem sich die gesamte Gemeinde auf den Straßen wiederfindet.

 

Wie wird man eigentlich Königin der Heide?

 

Um am Ende das Kronengeflecht aus gesteckten Heideblüten auf dem Kopf tragen zu dürfen, reicht gutes Aussehen allein nicht aus. Daneben müssen sich die Kandidatinnen nämlich auch in Punkto Sprachgewandtheit und allgemeines Auftreten unter Beweis stellen. Echtes Interesse, die Region ehrenamtlich ein Jahr lang zu vertreten, wird vorausgesetzt. Schließlich muss die Heidekönigin in dieser Zeit immer wieder durch Deutschland reisen und um die 70 Veranstaltungen besuchen. Bis kurz vor dem Auftritt können sich Mädchen aus der Region bewerben. Eine 18-köpfige Jury aus Amelinghausen wählt dann die Gewinnerin aus.

 

Laryea überzeugt die Jury mit ihrer authentischen Art

 

Fünf Kandidatinnen wollten in diesem Jahr Heidekönigin werden und ihre Heimat in ganz Deutschland repräsentieren. Und Leonie wünscht sich das schon von Kindheitstagen an. „Es war schon immer so, dass ich gern die erste dunkelhäutige Heidekönigin sein wollte. Und bisher gab es noch keine“, sagt die 19-Jährige. Die hübsche Erzieherin bringt beste Voraussetzungen mit: Jahr für Jahr hat sie an den Heide-Feierlichkeiten mitgewirkt, zum Beispiel als Cheerleaderin oder beim Blütenstecken. Die Jury überzeugt Leonie vor allem mit ihrer Ansprache, sodass sie am Ende die meisten Punkte holen kann. „Sie hat sich supertoll präsentiert und ganz natürlich gesprochen, überhaupt nicht auswendig gelernt“, sagte die Sprecherin des Festvereins. Leonie steht jetzt ein aufregendes Jahr mit vielen Events bevor. In dieser Zeit will sie vor allem eines erreichen: "Einfach nochmal ein Zeichen zu setzen für die Aufgeschlossenheit und Toleranz. Es war nie so, dass ich mich in Amelinghausen unwohl gefühlt habe, sondern immer mit offenen Armen empfangen wurde. So möchte ich auch mein Dorf vor allen Leuten repräsentieren und ihnen zeigen, wie toll dieser Ort einfach ist."


Lorraine McIlvenny

Quellen: RTL Nord / dpa

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