30 Jahre Wacken: So sah das Festival früher aus

 

Es ist aus unserem Norden gar nicht mehr wegzudenken: Wacken, das größte Heavy Metal Festival der Welt. 75.000 Metalheads pilgern jedes Jahr in das beschauliche Dörfchen Wacken in Schleswig-Holstein. Es gibt neun Bühnen, 200 Bands, eine Bierpipeline und circa 200 Hektar Campingfläche. Wacken gehört zur Oberliga der Festivals - beliebt, bekannt und die Tickets begehrt. Und das schon seit 30 Jahren.

Wie das legendäre Festival damals aussah, sehen Sie im Video.

 

Harte Arbeit für harte Musik

 

Ohne das Durchhaltevermögen etlicher Organisatoren und Metall-Liebhaber wäre das Festival heute wahrscheinlich gar nicht auf die Beine zu stellen. Und vor allem nicht ohne Wacken-Gründer Thomas Jensen. Mit seiner Band „Skyline“ wollte er 1990 ein Open-Air-Konzert in einer Kiesgrube in Wacken veranstalten. Daraus entstand ein zweitägiges Festival mit circa 800 Besuchen. Der Eintritt kostete damals schlappe 12 Mark. Das Festival-Fieber hat den Ort Wacken seitdem gepackt und es wurde größer und größer. Dabei stand das Festival bereits nach drei Jahren kurz vor dem Aus: Durch Fehlinvestitionen und steigende Kosten haben sich Schulden von 350.000 DM angesammelt. „Heute würde ich im Internet googlen: How to make a festival?“, sagt Thomas Jensen und lacht. Aus der Misere damals konnte er nur mit der Hilfe von Bürgschaften seiner Eltern wieder rauskommen und so das Festival retten. In diesem Jahr wurde Thomas Jensen und Mitbegründer Holger Hübner sogar für ihr Lebenswerk mit dem Live Entertainment Award ausgezeichnet.

 

Familiär trotz der Größe

 

Für eines ist das Wacken Open-Air Festival besonders bekannt: In Wacken halten alle zusammen – damals wie auch heute. Die Dorfbewohner wandeln ihre Gärten, Auffahrten und Carports zu kleinen Biergärten um, verkaufen kleine Snacks und Getränke und selbst die Kleinsten packen mit an, damit es ein Rund-um-sorglos-Festival wird. Mit ihren Kettcars fahren die Kinder des Dorfes traditionell Besucher oder deren Gepäck auf die Campingplätze und verdienen sich so nebenbei auch noch ein kleines Taschengeld. Seit 2000 eröffnet der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr das Festival und die Metaller lieben es. Und es gibt sogar eine Metal-Kirche. So wird ein kleiner Ort in Schleswig Holstein einmal im Jahr zum Heavy Metal Himmel – seit 30 Jahren.

 

Suzan Üner / Catharina Tomm

 

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