30 Jahre Mauerfall: So sehr wurden die Menschen am Grenzübergang Marienborn drangsaliert

 

Wer vor mehr als 30 Jahren den Grenzübergang Marienborn passierte, bekam eine Ahnung von der Macht und der Unterdrückung, der die Menschen in der DDR tagtäglich ausgesetzt waren. Im November 1989 mit dem Fall der Mauer verlor die Grenze ihren Schrecken.

Wie die Menschen auf beiden Seiten diese einschneidende Zeit erlebt haben, sehen Sie im Video.

 

Trennung zweier Welten



1400 Kilometer lang und etwa sechs Kilometer breit: Die innerdeutsche Grenze teilt damals nicht nur Ost- und Westdeutschland voneinander, sondern reißt auch Nachbarn, Freunde und Familien auseinander. 41 Jahre hindert die DDR ihre Bürger daran, die Bundesrepublik Deutschland zu besuchen. Eine dauerhafte Ausreise in den Westen ist erst recht verboten.

 

Berge und Meere werden durch die Grenze geteilt



In Ost-Niedersachsen teilt damals die innerdeutsche Grenze das Mittelgebirge und den höchsten Berg Norddeutschlands – den Brocken. Zwei Drittel gehören zur DDR, ein Drittel zur BRD. In Schleswig-Holstein versperrt bis zur Wiedervereinigung Stacheldraht, Zäune und Grenztürme den Landweg zur Ostsee-Halbinsel Priwall. Nur der Wasserweg aus dem Westen ist offen. Die Menschen müssen mit der Fähre zur Halbinsel übersetzen.

 

Todesfälle an der innerdeutschen Grenze



Erschossen durch Grenzsoldaten, getötet durch Landminen oder Selbstschussanlagen – 327 Menschen sterben offiziell auf ihrer Flucht aus dem Osten in den Westen. Das belegt eine Studie der Freien Universität Berlin. Die Dunkelziffer soll aber weit höher sein: Experten sprechen von bis zu 1500 Grenztoten.

 

Anne Korff/Jana Lübker

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