30 Jahre Mauerfall: Lothar Engler riss im Harz ohne Genehmigung Löcher in den Todesstreifen

 

Der historische November 1989: Lothar Engler arbeitet damals als Bundesgrenzschützer auf der Westseite an der innerdeutschen Grenze im Harz, erlebt also die Öffnung hautnah mit. „Da sind Szenen vorgekommen, die vergisst man sein ganzes Leben nicht“, erzählt der 64-Jährige heute.  


Wie er die Wiedervereinigung erlebt hat und warum er es damals mit den Vorschriften nicht ganz so genau nahm, sehen Sie im Video.
 

Trennung zweier Welten

 

1400 Kilometer lang und etwa sechs Kilometer breit: Die innerdeutsche Grenze teilt damals nicht nur Ost- und Westdeutschland voneinander, sondern reißt auch Nachbarn, Freunde und Familien auseinander. 41 Jahre hindert die DDR ihre Bürger daran, die Bundesrepublik Deutschland zu besuchen. Eine dauerhafte Ausreise in den Westen ist erst recht verboten.

                                                                                                            
Berge und Meere werden durch die Grenze geteilt

 

In Ost-Niedersachsen teilt damals die innerdeutsche Grenze das Mittelgebirge und den höchsten Berg Norddeutschlands – den Brocken. Zwei Drittel gehören zur DDR, ein Drittel zur BRD.  In Schleswig-Holstein versperrt bis zur Wiedervereinigung Stacheldraht, Zäune und Grenztürme den Landweg zur Ostsee-Halbinsel Priwall. Nur der Wasserweg aus dem Westen ist offen. Die Menschen müssen mit der Fähre zur Halbinsel übersetzen.
   

Todesfälle an der innerdeutschen Grenze

 

Erschossen durch Grenzsoldaten, getötet durch Landminen oder Selbstschussanlagen – 327 Menschen sterben offiziell auf ihrer Flucht aus dem Osten in den Westen. Das belegt eine Studie der Freien Universität Berlin. Die Dunkelziffer soll aber weit höher sein: Experten sprechen von bis zu 1500 Grenztoten.
 


Metin Turan

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