30 Jahre Mauerfall: Familie Ebeling lebte im Osten direkt am Todesstreifen, zeigte aber Flagge für Niedersachsen

 

Die Gemeinde Amt Neuhaus im Kreis Lüneburg gehörte jahrzehntelang zu Mecklenburg-Vorpommern, war also Teil der DDR. Nach der Wiedervereinigung wurde der Ort aber in Niedersachsen eingemeindet. Darüber freute sich die Familie Ebeling so sehr, dass sie kurzerhand alle ehemaligen DDR-Fahnen zu Niedersachsen-Fahnen umnähten. „Wir wollten nie Mecklenburger sein, wir wollten wieder in das Land unserer Väter, wo wir hingehören“, sagt Hans Ebeling heute. Seit 1993 gehört die Gemeinde wieder zu Niedersachsen.

Wie sehr Familie Ebeling mit Nadel und Faden zu der Eingemeindung beigetragen hat, sehen Sie im Video.

 

Trennung zweier Welten



1400 Kilometer lang und etwa sechs Kilometer breit: Die innerdeutsche Grenze teilt damals nicht nur Ost- und Westdeutschland voneinander, sondern reißt auch Nachbarn, Freunde und Familien auseinander. 41 Jahre hindert die DDR ihre Bürger daran, die Bundesrepublik Deutschland zu besuchen. Eine dauerhafte Ausreise in den Westen ist erst recht verboten.

 

Berge und Meere werden durch die Grenze geteilt



In Ost-Niedersachsen teilt damals die innerdeutsche Grenze das Mittelgebirge und den höchsten Berg Norddeutschlands – den Brocken. Zwei Drittel gehören zur DDR, ein Drittel zur BRD. In Schleswig-Holstein versperrt bis zur Wiedervereinigung Stacheldraht, Zäune und Grenztürme den Landweg zur Ostsee-Halbinsel Priwall. Nur der Wasserweg aus dem Westen ist offen. Die Menschen müssen mit der Fähre zur Halbinsel übersetzen.

 

Todesfälle an der innerdeutschen Grenze



Erschossen durch Grenzsoldaten, getötet durch Landminen oder Selbstschussanlagen – 327 Menschen sterben offiziell auf ihrer Flucht aus dem Osten in den Westen. Das belegt eine Studie der Freien Universität Berlin. Die Dunkelziffer soll aber weit höher sein: Experten sprechen von bis zu 1500 Grenztoten.

 

Jan Flemming / Jana Lübker

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