30 Jahre Mauerfall: Das grüne Band – Vom Todesstreifen zum Naturschutzgebiet

 

Bei Wustrow in Niedersachsen am Rande des Wendlands verlief früher die innerdeutsche Grenze, die mit Stacheldraht und hohen Wachtürmen bewacht wurde. Gleichzeitig konnte sich hier die Natur ungestört ausbreiten – jahrzehntelang ein geschütztes Refugium für Tiere und Pflanzen. Um dieses Gebiet zu erhalten, engagiert sich der BUND - Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland - seit der Wiedervereinigung hier vehement für den Naturschutz.

Die Kluft zwischen den gegensätzlichen Welten – dem Naturparadies und der Todesgrenze, sehen Sie im Video.

 

Trennung zweier Welten


1400 Kilometer lang und etwa sechs Kilometer breit: Die innerdeutsche Grenze teilt damals nicht nur Ost- und Westdeutschland voneinander, sondern reißt auch Nachbarn, Freunde und Familien auseinander. 41 Jahre hindert die DDR ihre Bürger daran, die Bundesrepublik Deutschland zu besuchen. Eine dauerhafte Ausreise in den Westen ist erst recht verboten.

 

Berge und Meere werden durch die Grenze geteilt


In Ost-Niedersachsen teilt damals die innerdeutsche Grenze das Mittelgebirge und den höchsten Berg Norddeutschlands – den Brocken. Zwei Drittel gehören zur DDR, ein Drittel zur BRD. In Schleswig-Holstein versperrt bis zur Wiedervereinigung Stacheldraht, Zäune und Grenztürme den Landweg zur Ostsee-Halbinsel Priwall. Nur der Wasserweg aus dem Westen ist offen. Die Menschen müssen mit der Fähre zur Halbinsel übersetzen.


Todesfälle an der innerdeutschen Grenze


Erschossen durch Grenzsoldaten, getötet durch Landminen oder Selbstschussanlagen – 327 Menschen sterben offiziell auf ihrer Flucht aus dem Osten in den Westen. Das belegt eine Studie der Freien Universität Berlin. Die Dunkelziffer soll aber weit höher sein: Experten sprechen von bis zu 1500 Grenztoten.

 

Juliana Schatzschneider/Jana Lübker

 

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