27-facher Missbrauch: Haft für Nachhilfelehrer

 

Nachhilfelehrer Andreas B. muss für zunächst neun Jahre ins Gefängnis. Außerdem ordneten die Braunschweiger Richter Sicherungsverwahrung an. Damit könnte der 60-Jährige nie wieder auf freien Fuß kommen. Der Mann hatte gestanden, in mindestens 27 Fällen zwei Mädchen (12 und 13) sexuell missbraucht zu haben. Besonders erschütternd: Obwohl er bereits vor einigen Jahren wegen versuchten Mordes, Vergewaltigung und Missbrauch verurteilt worden war, gab er dennoch Nachhilfe.

 

Wie es seinen Opfern inzwischen geht, sehen Sie im Video.

 

Mutter erwischte Angeklagten

 

Die Nachhilfestunden gab der Angeklagte den Mädchen privat bei ihnen zu Hause. Die Mutter eines Opfers berichtet: "Ich machte die Tür auf und sah wie sein ganzer Unterarm unter dem T-Shirt meiner Tochter war, an ihrer Brust. Jeder andere Mensch hätte sich erschrocken. Aber er hat ganz ruhig die Hand wieder aus dem T-Shirt gezogen und mit dieser Hand auch den Kaffee entgegen genommen." Danach habe die Frau völlig neben sich gestanden.

 

Mädchen wurden erniedrigt

 

Laut der Vorsitzenden Richterin wollte der Nachhilfelehrer die Mädchen demütigen. Demnach sollte eine Schülerin während einer Nachhilfestunde offenbar den Kopf hinhalten, damit er ihr ins Gesicht schlagen könne. Damit die Mädchen schweigen, zahlte ihnen Andreas B. geringe Geldbeträge.  Dadurch aber, so eines der Opfer, hätte sie sich wie eine Prostituierte und erniedrigt gefühlt. Der Angeklagte selbst äußerte sich im Prozess nur zögerlich zu den Vorwürfen. "Wenn ich mich unpräzise ausdrücke, dann liegt das nicht daran, dass ich nicht aussagen möchte. Ich schäme mich", sagte Andreas B. während der Verhandlung.

 

„Der Angeklagte ist ohne Zweifel gefährlich“

 

Der 60-Jährige saß bereits früher wegen Vergewaltigung und versuchten Mordes im Gefängnis. Später wurde er wegen sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen erneut verurteilt. Im aktuellen Verfahren kam ein psychiatrischer Gutachter zu dem Schluss, dass die Gefahr weiterer Straftaten bestehe. Andreas B. zeige sadistische Züge, so der Gutachter weiter. Richterin Renate Reupke ließ sich davon überzeugen: „Der Angeklagte ist ohne Zweifel gefährlich“, sagte sie in der Urteilsbegründung. Daher ordnete das Gericht zur Haftstrafe zusätzlich Sicherungsverwahrung an. So können verurteilte Täter weit über die Dauer ihrer Gefängnisstrafe hinaus eingesperrt bleiben.

 

Patrick Testa-Kreitz

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