Das Jahr der Bremer Stadtmusikanten

 

Das Märchen der Bremer Stadtmusikanten wird in diesem Sommer 200 Jahre alt, denn 1819 haben die Gebrüder Grimm das Märchen erstmals gedruckt und veröffentlicht. Sie nahmen es in die zweite Auflage ihrer „Kinder- und Hausmärchen“ auf. Als mündliche Überlieferung ist die Geschichte von Esel, Hund, Katze und Hahn allerdings noch älter.

Im Video nehmen wir das Jubiläumsjahr zum Anlass mal hinter die Kulissen des weltbekannten Märchens zu schauen und erklären auch, warum die Tierpyramide aus Bronze, die in Bremen steht, eigentlich so klein ausgefallen ist.

 

Erst 1966 setzte Bremen seinen berühmtesten Musikanten ein Denkmal

 

„Es hat bis 1900 gedauert, ehe unsere Stadt das Märchen angenommen hat“, sagt Konrad Elmshäuser vom Staatsarchiv der Stadt. Die Bremer hätten nicht mit Katzenmusik in Verbindung gebracht werden wollen. Dabei ist es laut Elmshäuser ungewöhnlich, dass in einem Märchen eine Stadt genannt wird - in die es die vier Tiere übrigens nie geschafft haben.

 

Ihr Ziel haben die Tiere nie erreicht

 

Im Märchen ist der Esel müde vom Säcketragen, der Hund schwach vom Jagen, die Katze soll ersäuft werden, dem Hahn droht der Suppentopf. So fliehen die Tiere und erreichen nachts im Wald ein Räuberhaus. Das erste Konzert der Rentner-Band ist dann so schaurig, das die Ganoven fliehen. Und auch durch einen Gegenangriff der Räuber lassen sich die Tiere nicht mehr aus ihrer neuen Heimstatt vertreiben. Sie haben ihr Ziel erreicht und bleiben im eroberten Räuberhaus und reisen nicht weiter nach Bremen.

 

Hansestadt feiert sein Märchen den ganzen Sommer

 

Die Stadt Bremen feiert ihr Märchen mit Ausstellung und einem besonderen Stadtmusikantensommer. So zeigt die Kunsthalle bis zum 1. September die Schau „Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft“.

„Es geht uns nicht nur um übereinander gestapelte Tiere“, sagte Manuela Husemann, die zusammen mit Jennifer Smailes die Schau kuratiert hat. „Die Bremer Stadtmusikanten stehen auch für eine soziale Utopie.“ Esel, Hund, Katze und Hahn verkörperten im Märchen das Gesinde, das sich, im Alter nicht mehr arbeitsfähig und verarmt, zu einer starken Gemeinschaft zusammengeschlossen habe.

So hat das alte Märchen bis heute seine Berechtigungen und spiegelt Themen wie Altersarmut, Ausbeutung oder Wohnungslosigkeit.

 

Infos zur Ausstellung:

 

Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft, in der Kunsthalle Bremen.

Geöffnet Mittwoch bis Sonntag: 10-17 Uhr, Dienstag 10-21 Uhr, Montag geschlossen.
Eintritt: Erwachsene 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre freier Eintritt, Gruppen ab 10 Personen 8 Euro pro Person.

 

Mehr Infos und Termine zum Musikantensommer in Bremen und seinen Veranstaltungen gibt’s auch unter https://www.bremen.de

 

Tina Wickboldt / Nicole Ide

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