Highspeed statt Naherholung: Machen Mountainbiker die Wälder kaputt?

 

Zugegeben: Wenn Alexander Haufe und seine Vereinskollegen vom Deisterfreun.de e.V. mit ihren Mountainbikes im Deister unterwegs sind, dann sieht das schon sehr spektakulär aus. Statt Wandern oder Spazieren gehen nutzen sie das 10.000 Hektar große Waldgebiet südwestlich von Hannover als Rad-Abfahrtstrecke. Aber welche Folgen für den Forst und den Naturschutz haben diese Aktivitäten?

 

Im Video begleiten Sie die „Deisterfreunde“ auf ihrem Downhill-Weg durch den Wald.

 

Eingriffe in die Natur

 

Für die Förster bringt das Mountainbiken im Wald zwei Probleme mit sich:  Erstens sehen sie Schädigungen an den Wurzeln bei intensiver Befahrung und zweitens - und das ist für sie gravierender - bauen sich manche Sportler offenbar den Wald gleich ganz nach ihren Vorstellungen um. „Wir haben intensivst illegale Trails hier im gesamten Deister gehabt, aber auch bei mir im Revier - ich hatte zu dem Zeitpunkt etwa sieben illegale Trails mit intensivster Bautätigkeit durch die Mountainbiker speziell am Wochenende“, erklärt Förster Frank Nüsser.

 

Neue Trails über Nacht

 

Solche illegalen Trails entstehen dem Forstamt zufolge buchstäblich über Nacht, wie Christian Boehle-Keimer vom Forstamt Saupark beobachtet hat. „Da werden zum Beispiel die Zuläufe und Abfahrten ausgekoffert, damit die Abfahrt steiler gemacht wird. Es werden Bäume entfernt, die gefährlich im Weg stehen könnten oder die Bäume werden gefällt und zu kleinen Rollen verarbeitet und als Hindernisse genutzt oder als Stützen für Hindernisse genutzt“.

 

(K)eine Lösung?

 

Während die Förster von illegalen Trails sprechen, bezeichnen die Mountainbiker solche Strecken als inoffiziell. Wie es auch offiziell besser laufen kann, zeigt das Beispiel der Försterei Georgsplatz: Hier gibt es drei Trails, die von den „Deisterfreunden“ als Verein betrieben werden. Die Zusammenarbeit zwischen Förstern und Mountainbiker ist zudem schriftlich geregelt. Es geht um die Haftung bei Unfällen, aber auch um akute betriebliche Maßnahmen - eine Streckensperrung nach einem Sturm zum Beispiel oder die Müllentsorgung. Diese Regelung ist im gesamten Deister bisher einzigartig.

 

Suana Boeck / Daniel Kandora

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