Das Urteil der Jury: "Die Autorin setzt sich bei diesem Experiment nicht selbst in Szene."


Von ihrer Nominierung für den Bremer Fernsehpreis wusste Henrike Rosenwinkel erst einmal nichts. Ihr Redaktionsleiter hatte ihren Beitrag über eine "Blinden-Stadtführung" für den Wettbewerb eingereicht. "Dann kam die Nachricht, dass ich dabei bin", erinnert sich die Reporterin, "und ich war total überrascht!" Sprachlos war sie dann erst recht, als ihr Name bei der Verleihung aufgerufen wurde - in der Kategorie "Der einzelne Beitrag vom Tag für den Tag" setzte sich die Hamburgerin gegen die Konkurrenz durch. Moderator und gleichzeitig Jury-Vorsitzender war auch in diesem Jahr Frank Plasberg.

Und darum geht's in ihrem Beitrag: Mit ihrem Team hatte Henrike Rosenwinkel an einer “Blinden-Stadtführung” durch Hamburg teilgenommen und damit auf die Tücken und Besonderheiten des Lebens von Sehbehinderten aufmerksam gemacht. >> Hier könnt ihr den ganzen Beitrag noch einmal sehen.

Die Jury schließlich begründete ihre Entscheidung so: "Ein Blinder zeigt uns seine Welt. Im Fernsehen hat man das schon zig Mal gesehen. Doch nicht so wie bei Henrike Rosenwinkel. Sie hat sich von Christian Ohrens durch den Film führen lassen – neugierig, offen, unverstellt. Sympathisch: Die Autorin setzt sich bei ihrem Experiment nicht selbst in Szene. Und so kann Christian Ohrens ihr und den Zuschauern selbstbewusst und souverän seine Welt vermitteln. Ein Film ohne Klischees, ein Stadtrundgang, bei dem die Jury gerne mitgegangen ist."

Kräftig Applaus gab es auch aus den eigenen Reihen - viele Kollegen aus Bremen und Niedersachsen (siehe Foto unten) waren bei der Ehrung in Bremen dabei. Herzlichen Glückwunsch!

Demonstration in Bremen
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