Hass und Hetze gegen Politiker: Mit diesen Anfeindungen lebt Doris Schröder-Köpf

 

Die Attacken auf Politiker haben in ganz Deutschland deutlich zugenommen. Egal ob ehrenamtliche Bürgermeister oder Berufs-Politiker: Drohungen und Angriffe sorgen dafür, dass die Amtsträger sich nicht mehr sicher fühlen. Auch Doris Schröder-Köpf lebt seit Jahren mit Bedrohungen und Hass. „Ich kann jede Person verstehen, die sagt: das möchte ich meinen Kindern, meiner Familie nicht zumuten“ sagt die Landtagsabgeordnete.

 

Im Video erzählt Doris Schröder-Köpf, wie sie mit Morddrohungen und Anfeindungen umgeht.

 

Bedrohungen seit ihrer Zeit als Kanzler-Gattin

 

Die ersten Droh-Briefe erreichten Doris Schröder-Köpf, als ihre Beziehung zum damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder bekannt wurde. „Da hat die Polizei damals reagiert und mein Kind und ich haben Schutz bekommen“, erzählt die Politikerin. Für die 56-Jährige sei das damals ein großer Schock gewesen.

 

„Ich habe kein einziges Mal darüber nachgedacht, diesen Leuten zu weichen“

 

Doch auch nach der Trennung von Gerhard Schröder habe Doris Schröder-Köpf weiter Morddrohungen bekommen. Mittlerweile ist sie selbst in der Landespolitik aktiv, besonders ihr Engagement für Geflüchtete sei Anlass für Bedrohungen gewesen. „Ich habe kein einziges Mal darüber nachgedacht, diesen Leuten zu weichen. Aber man muss den Umgang damit lernen, die erste Morddrohung ist die härteste“, berichtet die Politikerin.

 

E-Mails statt Briefe

 

Als Kanzlergattin habe Schröder-Köpf vor allem Drohungen per Post bekommen: „Die Post wurde zwar geröntgt, aber Blut, Exkremente und Schamhaare sind durch das Röntgen durch gegangen. Ich habe mir dann angewöhnt, Briefe nur noch mit Einweghandschuhen zu öffnen“, erzählt sie. Mittlerweile habe der Hass sich aber ins Internet verlagert: Die meisten Morddrohungen erreichen sie per Mail oder auf Facebook.

 

Schröder-Köpf hat sich ein „dickes Fell“ angelegt

 

Die Politikerin habe sich mittlerweile an die Bedrohungen gewöhnt, es sei Teil ihres Lebens geworden. Schröder-Köpf will nicht bei jeder Morddrohung panisch reagieren, die Anfeindungen aber trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen: „Für mich und meine Kinder ist es so, dass wir damit Erfahrungen haben und das einordnen können. Wir wissen aber auch, dass da auch immer jemand sein kann, der dann ernst macht. Wir haben das bei Walter Lübcke gesehen, der hat auch zuerst solche Droh-Mails bekommen und ist dann ermordet worden.“

 

Alexander Gurgel / Julia Franz

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