Hamburger Film „Systemsprenger“ im Rennen um den Oscar

 

Die Hamburger Regisseurin und Drehbuchautorin Nora Fingscheidt könnte mit ihrem Film „Systemsprenger“ bald in Hollywood richtig absahnen: Als deutscher Kandidat geht der Film ins Rennen um den Oscar in der Kategorie „Bester nicht-englischsprachiger Film“. Das Drama handelt von einem jungen Mädchen, das trotz Hilfe vom staatlichen System alles sprengt und ihre Mitmenschen zur Verzweiflung bringt.
 
Warum der Hamburger Regisseurin das Thema am Herzen liegt, erzählt sie im Video.


 
Zwischen Wutanfällen und Verzweiflung


 
Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: überall fliegt die 9-jährige Benni raus - nirgendwo scheint sie wirklich rein zu passen. Nur Anti-Gewalttrainer Micha traut sich an Benni ran, versucht sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.
Die Regisseurin Nora Fingscheidt beschreibt mit ihrem Film Situationen und Momente des deutschen Jugendhilfesystems – und trifft einen Nerv. Für ihr Filmdebüt hat Fingscheidt intensiv recherchiert und mehrere Wochen in unterschiedlichsten Einrichtungen gelebt und gearbeitet.


 
Was ist ein „Systemsprenger“?


 
„Der Begriff beschreibt das Phänomen, wenn in der Jugendhilfe für ein Kind so gar kein Platz gefunden wird“, sagt die Regisseurin Nora Fingscheidt. Es wird von einer Institution, ob Pflegefamilie oder Wohngruppe, in die nächste geschickt. Es wird immer wieder hin und her gegeben, bis irgendwann ein Strudel aus Wechseln entsteht. Ein Kind, das sich in so einem Kreislauf befindet, wird inoffiziell „Systemsprenger“ genannt.

Im Januar entscheidet sich dann, ob der Film tatsächlich unter den Nominierten für den Oscar ist.

 

Jana Schubert / Catharina Tomm

 

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