Hamburg hat gewählt: Welche Konstellationen jetzt möglich sind

 

Nach den Reaktionen der Parteien auf die bisherigen Wahlergebnisse, scheint die diesjährige Bürgerschaftswahl in Hamburg eine der Superlative zu sein. Trotz Verlusten sprach die SPD von einem „grandiosen“ Sieg, die Grünen erzielten das beste Ergebnis ihrer Geschichte, die CDU hingegen ein absolutes Tief. Doch welche Konstellationen sind nun möglich?

 

SPD hat die Qual der Wahl

 

Peter Tschentscher bleibt mit der SPD die stärkste Kraft in Hamburg. Doch die Sozialdemokraten können nicht allein regieren und müssen sich nun zwischen zwei Partnern entscheiden. Zur Auswahl steht die gewohnte rot-grün Koalition, mit der es eine Zwei-Drittel Mehrheit geben könnte oder eine Partnerschaft mit der CDU. Laut RTL-Politikexperte Heiner Bremer sei eine rot-schwarz Koalition nur im Fall von „übertriebenen, für die SPD inakzeptable Forderungen“ seitens der Grünen wahrscheinlich.

 

Grüne müssen um Koalitionspartner buhlen

 

Trotz des historisch besten Wahlergebnisses der Grünen mit 24,1 Prozent, ist der Koalitionspartner noch nicht sicher. Wenn Katharina Fegebank und ihre Partei zu viele Senatorenposten und Inhalte stellen wollen, sieht es für die bisherige rot-grün Koalition eher schlecht aus, denn die Sozialdemokraten wollen ihren Vorsprung von 15 Prozentpunkten auch nutzen, wie Peter Tschentscher betonte: „Das gibt uns auch Rückenwind für einen guten Koalitionsvertrag, denn da wird das sicherlich auch seitens der Grünen erkannt, dass es weiterhin so ist, dass die SPD die stärkste politische Kraft in Hamburg ist.“ Nach der starken Kritik von Umweltsenator Jens Kerstans an den Klima-Plänen Tschentschers, könnte sich die Verhandlung eher schwierig gestalten.

 

Die CDU wäre der bequemere Partner

 

Zwar hat die CDU mit 11,2 Prozent deutlich verloren, doch nach Einschätzungen unseres Politikexpertens Heiner Bremer hätte eine rot-schwarze Koalition vor allem in Sachen Klima- und Wirtschaftspolitik mehr Gemeinsamkeiten: „Die Schnittmengen zwischen der SPD-Politik und der CDU-Politik sind eigentlich viel größer“. Der Vorteil für die Sozialdemokraten wäre hier, dass alle SPD-Senatoren im Amt bleiben könnten. Nun bleibt abzuwarten, welche Gesprächsangebote die SPD machen wird und wie diese dann ausgehen.

 

Dania Maria Hohn / Melissa Körner

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