Häusliche Gewalt in Corona-Zeiten: Hilfetelefon für Kinder eingerichtet

 

Es ist rund drei Wochen her, dass bundesweit alle Schulen und Kitas aufgrund des Corona-Virus schließen mussten. Viele Eltern stellt diese Maßnahme vor große Herausforderungen und die Kleinen fühlen sich isoliert. Besonders Kinder, die familiären Belastungen ausgesetzt sind, müssen nun besonders geschützt werden - so der Caritasverband Hannover. 

 

„Wir hoffen, dass wir die Kinder auch in dieser Zeit der eingeschränkten sozialen Kontakte erreichen“

 

Denn oft sind es die Schulfreunde, Erzieher oder Lehrer, die als Ansprechpartner der Kinder fungieren, wenn sie zu Beispiel häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Diese wichtigen sozialen Kontakte fehlen nun schon seit Wochen. Damit Betroffene trotzdem eine Anlaufstelle haben, hat die Caritas ein Hilfetelefon ins Leben gerufen. „Wir hoffen, dass wir die Kinder auch in dieser Zeit der eingeschränkten sozialen Kontakte erreichen“. Damit das gelingt ruft Franziska Sokolowski von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention besonders Erzieher und Lehrkräfte dazu auf, sie zu unterstützen.

 

Rund jedes 6. Kind ist betroffen

 

In Deutschland leben ca. 40.000 bis 60.000 Kinder mit drogenabhängigen Eltern zusammen. Etwa 2.5 Millionen sind der Alkoholsucht ihrer Eltern tagtäglich ausgesetzt. Frau Sokolowski weiß, dass es vielen Kindern peinlich ist, etwas zu sagen oder sie sich einfach nicht trauen. Um die Schützlinge auf ihr Projekt aufmerksam zu machen,  verteilt die Caritas Handzettel und informiert auch auf Social Media wie Instagram und Facebook über die Aktion. „Wir bitten alle, die Kontakt haben zu Kindern, die Hilfe über Telefon oder Whats App suchen könnten, aufmerksam zu sein. Geben Sie den Kindern gerne unsere Nummer weiter“, betont Franziska Sokolowski.

 

Die Mitarbeiter der Caritas sind Montags bis Freitags von 9:00 bis 15:00 Uhr über die Telefonnummer 015221973171 telefonisch oder per Whats App erreichbar.

 

Auch die Kampagne „Hast du das auch gehört?“ bittet Sie um Ihre Zivilcourage

 

Was tun, wenn in der Nachbarschaft häusliche Gewalt bemerkt wird? Auf diese Frage hat der Landespräventionsrat Niedersachsen gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung eine Antwort. Die Kampagne „Hast du das auch gehört?“ ruft dazu auf, besonders in den Zeiten der sozialen Isolation verstärkt auf Gewalt im näheren Umfeld zu achten. Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, sollten Sie zunächst folgende Schritte einleiten:

 

  • Informationen einholen
  • Hilfe anbieten
  • Konfliktsituationen unterbrechen
  • Die Polizei rufen

Bei Fragen steht Ihnen die Polizei Tag und Nacht unter der Nummer 08000/116016 zur Verfügung. 

Pia Schmücker

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