Braucht Grünkohl Frost? Diese Mythen stimmen wirklich!

 

Wir Norddeutschen wissen: Wird es draußen kalt, wird es auch lecker. Denn Winterzeit ist Grünkohlzeit. Und um das traditionelle Gericht ranken sich so einige Mythen: „Grünkohl ist total ungesund!“ – „Grünkohl kochen dauert ewig!“ – „Grünkohl muss Frost gehabt haben!“ Doch stimmt das alles? Hier gibt es Antworten, dank denen Sie auf der nächsten Kohltour mit Fachwissen glänzen können.

  

Braucht Grünkohl Frost?

 

Grünkohl gilt als DAS Wintergemüse schlechthin. Sieht ja auch echt hübsch aus, wenn er mit Frost benetzt im Beet steht. Aber muss es wirklich gefroren haben, bevor er geerntet werden kann? Nein, sagt Biologe und Kohl-Kenner Christoph Hahn von der Uni Oldenburg: „Was stimmt ist, dass Grünkohl, je kälter es wird, süßer und zarter wird. aber letztlich passiert das auch schon bei allgemein kälteren Temperaturen.“ Ab sieben Grad abwärts stünde der Ernte nichts im Wege.

  

Ist Grünkohl ungesund?


Das hängt stark davon ab, wie er gegessen wird. Als extrem deftiges Gericht wird Kohl schnell fettig, wenn er mit viel Kassler und Würsten gekocht und gegessen wird. Der Kohl selbst aber hat ordentlich was zu bieten – vor allem Vitamin C. „Grünkohl hat einen der höchsten Vitamin C-Gehalte aller Gemüse, auch viel mehr als Zitrusfrüchte“, weiß Christoph Hahn. Außerdem stecken im Grünkohl krebsvorbeugende Bitterstoffe, Carotine (gut für die Augen), Flavonoide (gut für das Herz-Kreislauf-System und die Abwehrkräfte) und dazu auch noch cholesterinsenkende Substanzen. Kurz gesagt: Grünkohl ist richtig gesund!

  

Gibt es Grünkohl nur in Norddeutschland?


Die Grünkohl-Hochburgen liegen rund um Oldenburg und Bremen. Übrigens: In der Hansestadt ist in der Regel von Braunkohl die Regel. In ganz Niedersachsen wird auf rund 500 Hektar Grünkohl angebaut. In Schleswig-Holstein sind es gerade einmal 30 Hektar, doch gewinnt er zwischen Nord- und Ostsee mehr an Bedeutung. Doch Grünkohl ist alles andere als eine rein norddeutsche Spezialität, sagt auch Biologe Hahn: „"Wir finden Grünkohl in Italien, wir finden es in Amerika, eigentlich überall auf der Welt.“ Und zwar verteilt auf mehr als 150 Sorten. Besonders angesagt ist Grünkohl in den USA: Als „Kale“ hat er dort längst die Salatbars und modernen Küchen erobert.

  

Ist Grünkohl-Kochen aufwändig?

 

Auch hier hängt es davon ab, was daraus werden soll: Als Eintopf braucht der Kohl mehrere Stunden Kochzeit, um gar zu werden. Allerdings gehen beim Kochen auch viele der wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Doch Grünkohl kann auch wunderbar roh verzehrt werden, zum Beispiel als Salat. Als Zutat für einen Smoothie lässt er sich sogar tiefgefroren verarbeiten. Ob der Kohl frisch ist, lässt sich an der Farbe und am Klang erkennen: Ist er dunkelgrün und knackt hörbar, wenn die Stängel gebrochen werden, ist er im wahrsten Sinne knackfrisch.

 

Mareike Baumert / Patrick Testa-Kreitz

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