Großes Amselsterben: Usutu-Virus schlägt in Niedersachsen am heftigsten zu

 

Der warme Sommer tut dem tropischen Usutu-Virus gut und fördert eine Infektionswelle, bei der viele Amseln in Deutschland sterben. Laut Nabu kommen die meisten Meldungen von toten Vögeln aus Niedersachsen.

 

Allerdings sterben die Amseln derzeit noch nicht so häufig wie 2018  

 

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg war davon ausgegangen, dass das Usutu-Virus in diesem Jahr wegen der Wetterlage vermutlich zu einem noch stärkeren Amselsterben in Deutschland führt als im vergangenen Jahr. Aktuelle Meldungen von toten Vögeln bestätigen diese Entwicklung noch nicht. Während derzeit pro Tag etwa 150 neue Meldungen eingehen, waren es zur gleichen Zeit im Vorjahr etwa 500.

 

Übertragen wird das Virus durch Stechmücken.

 

Der Tropenmediziner Dr. Renke Lühken untersucht im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg die täglich eingesendeten toten Vögel aus dem ganzen Bundesgebiet. Nur so kann ermittelt werden, wie sich der Virus in Deutschland ausbreitet.

 

Wie so eine Untersuchung aussieht und warum gerade Amseln von dem Virus betroffen sind, zeigen wir im Video.

 

Der Höhepunkt des Vogelsterbens soll noch kommen

 

"2018 gab es den bisher größten Ausbruch der jemals in Zentraleuropa festgestellt wurde, wahrscheinlich sind mehrere Hunderttausend Amseln gestorben und dieses Jahr muss man wieder davon ausgehen, dass viele tausend Amseln am Usutu-Virus sterben werden", so Lühkens Einschätzung zur Ausbreitung. Denn 2019 war es im August sehr feucht und danach extrem warm. Das sorgt für mehr Mücken und damit für mehr potentielle Überträger. Der Höhepunkt des Vogelsterbens wird in den kommenden Wochen erwartet. Für den Menschen ist das Virus in der Regel ungefährlich.

 

Naturschutzbund bittet um Mithilfe

 

Der Naturschutzbund bittet um Hilfe aus der Bevölkerung. Wer eine kranke oder tote Amsel findet, sollte sich an der Meldeaktion des NABU beteiligen und den Fall auf folgender Internetseite melden: www.nabu.de

Außerdem kann jeder einen gefundenen toten Vogel zur Untersuchung zum Beispiel ans Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin schicken oder auch direkt dort am Empfang abgeben:

Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI)
Dr. Jonas Schmidt-Chanasit
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg

 

Was Sie beim Einsenden eines frischtoten Vogels beachten sollten!

 

  • Zum Hantieren mit toten Vögeln sollten Sie Handschuhe oder eine umgestülpte Plastiktüte verwenden und anschließend die Hände gründlich waschen
  • Sorgen Sie bitte für einen zügigen Versand und eine sichere Verpackung (gut gepolstert und wasserdicht)
  • Einsender sollten auf der Verpackung den Schriftzug „Freigestellte veterinärmedizinische Probe“ anbringen.
  • Fügen Sie Ihrer Sendung genaue Informationen zum Absender sowie zu Fundort (mit PLZ) und Funddatum bei.

 

Das BNI erstattet keine Versand- und andere Unkosten. Die Untersuchung der eingesandten Vögel übernimmt das BNI aber kostenlos. Wer dazu Fragen hat erhält weitere Auskünfte unter folgende Telefonnummer: 040-42818-862

 

Jan Bulig / Nicole Ide

 

Quelle: RTL Nord, dpa, NABU

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