Große Ehre: Panikrocker Udo Lindenberg erhält das Bundesverdienstkreuz

 

Udo Lindenberg – Musiker und unermüdlicher Kämpfer für Frieden und die Wiedervereinigung - wurde heute das Bundesverdienstkreuz verliehen. Anlass ist der Tag Deutschen Einheit. Neben ihm wurden 24 Bürger ausgezeichnet, unter anderem der Astronaut Alexander Gerst. Die Ehrung fand in Berlin im Schloss Bellevue statt mit Frank Walter Steinmeier als Gastgeber.


Was der Bundespräsident über den Ausnahmekünstler zu sagen hat und wie Udo auf den Orden reagiert, sehen Sie im Video.


Der Mann unter dem Hut und der Sonnenbrille ist ein echter Freiheitskämpfer


Die Liste seiner Auszeichnungen ist lang, doch zum Tag der deutschen Einheit kann sich Udo Lindenberg einen ganz besonders Orden in die heimische Vitrine stellen: Das Bundesverdienstkreuz. Dabei erhielt der Rocksänger diese Auszeichnung schon einmal im November 1989, damals ebenso wie heute zu Ehren seines Engagements um die Verständigung zwischen Ost und West.

Der gebürtige Westfale hatte sich 1989 für die friedliche Revolution stark gemacht. Mit seinem Lied „Sonderzug nach Pankow“ und dem Wunsch, in der DDR auf Tournee gehen zu können, habe Lindenberg nicht nur das SED-Regime herausgefordert, sondern auch Musikfans im Westen dessen wahres Gesicht gezeigt. Der in Hamburg lebende Musiker werde zudem für sein soziales Engagement geehrt, wie Bundespräsident Steinmeier am Mittwoch bei den Feierlichkeiten im Schloss Bellevue mitteilt.


Udo macht sein Ding – nicht nur musikalisch


Mit ihm schaffte der deutsche Rock in den 70ern den Durchbruch, aber schon in den 1980er Jahren widmete sich Lindenberg neben seiner Musikkarriere zunehmend auch dem Thema innerdeutsche Beziehungen. Trotz großer Bemühungen blieb es ihm jedoch verwehrt, mit seinem Panikorchester in der DDR aufzutreten – abgesehen von einem überwachten Auftritt im Ostberliner Palast der Republik im Jahr 1983. Eine für 1984 bereits geplante Tournee wurde von der Staatsführung der DDR wieder abgesagt. Doch Lindenberg ließ sich nicht abschütteln, schenkte Erich Honecker 1987 bei dessen ersten BRD-Besuch eine E-Gitarre mit der Aufschrift „Gitarren statt Knarren“.

Auch in den Folgejahren setzte er sein Engagement fort und startete im Jahr 2000 die Initiative „Rock gegen rechte Gewalt“. 2006 gründete er die Udo-Lindeberg-Stiftung, um sich dauerhaft kulturpolitisch und sozial zu engagieren und junge Musik-Talente zu fördern. In seinen Songs nimmt der selbst ernannte „Klartext-Rocker“ Stellung zu Umweltthemen, zur Friedensbewegung - und gegen Rechts. Mit 36 Studioalben hat Udo Lindenberg nicht nur seinen markanten Gesang zum Markenzeichen gemacht, sondern als Komponist, Schriftsteller, Filmemacher und Maler auch einen spürbaren Kult um seine Person geschaffen.


Die 25 Ordensträger engagieren sich für ein vereintes Deutschland


Insgesamt 25 engagierte Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft und auch mehrere DDR-Bürgerrechtler erhalten das Bundesverdienstkreuz, weil sie allesamt Akteure der Friedlichen Revolution seien, wie das Bundespräsidialamt ihre Wahl begründete. Darunter sind auch der Astronaut Alexander Gerst, die Opernsängerin Edda Moser und der Mathematiker Peter Scholze sowie führende Aktivisten aus der DDR, wie etwa Rainer Eppelmann, Carlo Jordan und Jens Reich.


Lorraine McIlvenny

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