Göttingen: Kritische Infiziertenzahl nach Massentest in Wohnanlage

 
Alle 600 Bewohner eines Hochhauses sollten am Wochenende in Göttingen auf Corona getestet werden. Vor rund zwei Wochen hatten sich hier mehrere Familien zum gemeinsamen Feiern des Zuckerfestes getroffen und dabei wohl die Hygiene- und Abstandsregeln missachtet. Weit mehr als 100 Menschen haben sich nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert.

 

Warum am Ende nur zwei Drittel der geplanten Tests durchgeführt wurden, sehen Sie im Video.

 

Schulen bleiben weiter geschlossen
 

Da unter den Infizierten viele Kinder und Jugendliche waren, wurden vergangene Woche Schulen in Göttingen vorsorglich geschlossen. Auch diese Woche bleiben die Schulen weiterhin zu.

Die Leiterin des Göttinger Krisenstabs, Petra Broistedt, erklärt die Entscheidung: "Weil wir nicht wollen, dass Kinder dadurch, dass sie zur Schule müssen, sich dort infizieren". Berufsschulen seien von der Regelung nicht betroffen - mit Ausnahme der IGS Bovenden. Diese sei in Hinsicht auf die Infektionen im Wohnkomplex in Göttingen besonders stark betroffen. An allen Schulen wurde eine Notbetreuung eingerichtet.

 

"Corona ist noch lange nicht vorbei"
 

Petra Broistedt betonte nochmals: "Das kann an allen Standorten in Deutschland passieren." Eine Sensibilisierung der Bevölkerung sei auch weiterhin sehr wichtig - vor allem für Abstands- und Hygieneregeln. Vor dem Vorfall hatte die Stadt vier Wochen lang nahezu keinen Fall verzeichnet. Aktuell sei die kritische Grenze von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohnern zwar nicht überschritten worden – dies könne sich aber in den nächsten Tagen ändern. Denn nicht alle Testergebnisse wurden in den aktuellen Zahlen der Stadt berücksichtigt. Zur Zeit sind 226 Personen im Stadt- und Landkreisgebiet Göttingen infiziert – ein Großteil davon ist auf die Familienfeiern zurückzuführen.

 

Lena Kluß

 

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