"Gewalt hat uns immer begleitet“, NPD-Aussteiger spricht vor Polizeianwärtern in Eutin

 

Maik Scheffler ist Aussteiger der rechtsextremen Szene. Noch vor fünf Jahren war der Sachse ein hoher NPD-Funktionär. Seit vier Jahren tourt er durch Deutschland und gibt seine Erfahrungen an junge Menschen weiter. Am Dienstag war Scheffler dafür bei Polizeianwärtern in Eutin. Seine Mission ist stets: von seinen Erlebnissen als Nazi erzählen. Ungeschönt und so, wie es für ihn war. Der ehemalige Rechtsextreme  ist einer der wenigen, die den Absprung geschafft haben auszusteigen und sogar darüber reden können.

 

Langsam und unbewusst zum Nazi geworden

 

Schleichend und unbewusst sei er zum Nazi geworden, berichtet Maik Scheffler. Er ist zwischen Mauerfall und Nachwendezeit aufgewachsen und die rechtsextreme Weltanschauung ist langsam in seinen normalen Alltag eingeflossen. "Ich bin in der DDR sozialisiert worden und bin da schon mit gewissen Feindbildern auch aufgewachsen. Der Westen, der Kapitalismus, auch Ausländer waren bei uns immer separiert gewesen. Die kennen wir nur von außerhalb der Stadt und das hab ich alles mitgetragen in die BRD dann hinein, in der ich dann klarkommen musste, so mit 17/18 Jahren", erklärt Scheffler seinen beginnenden Fremdenhass.

 

Scheffler beginnt Flugblätter zu verteilen, geht auf Demos und wird immer überzeugter und bekannter. "Gewalt hat uns immer begleitet“, sagt Scheffler. Er überschreitet Grenzen. Welche das sind, erzählt er im Video.

 

Scheffler verschafft Polizeianwärtern Einblicke in die Welt eines Nazis

 

Für die Polizeianwärter ist der Einblick in die rechtsextreme Szene und die Nähe zu einem Ex-Mitglied wichtig. "Weil man einen besseren Einblick bekommt durch persönliche Erfahrung und einfach auch weiß, was dahinter steckt und wie schnell man in so einen Sog hineingeraten kann", so Nachwuchspolizist Yannic Popp.

 

Catharina Tomm / Nicole Ide 

 

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