Friedensgipfel nach Shitstorm: Miniatur Wunderland-Betreiber trifft sich zur Aussprache

 

Für ihre Plakataktion gegen Massentierhaltung ernten die Gebrüder Braun vom Miniatur Wunderland in Hamburg zwar hauptsächlich Lob, aber zum Teil auch heftige Kritik – vor allem vom Bauernverband.

„Heftig, wie hier ein Berufsstand öffentlich so diffamiert wird!“ oder „Ihr macht hier alle Milcherzeuger schlecht! Pfui Teufel zu dieser Aktion!“, ist dazu auf der Miniatur Wunderland-Facebook-Seite zu lesen. Deshalb hat sich Gerrit Braun nun mit einem Bauern getroffen, um die Wogen zu glätten. 

 

Landwirte fühlen sich ungerecht behandelt

 

Der Besuch bei Landwirt Thomas Andresen auf seinem Hof Barslund in Schleswig-Holstein, sollte Missverständnisse klären. Auch Sönke Hauschild vom Bauernverband war mit dabei. Die Landwirte stehen bei ihrer Milch- und Fleischproduktion bereits unter großem Preisdruck und fühlen sich oft verunglimpft von Tierschützern, die den Eindruck erwecken, Massentierhaltung sei generell schlecht und viele deutsche Bauern deshalb auch Tierquäler. So sei der Preiskampf zwar hart aber „der seelische Druck an allem schuld zu sein, ist viel, viel schlimmer“, so Andresen, der die Plakatkampagne des Miniatur Wunderlandes ebenfalls stark kritisierte.

 

„Es tut mir leid, dass wollte ich nicht“

 

Auf Hof Barslund gibt es rund 380 Milchkühe. Beim Rundgang erfährt Gerrit Braun viel über den bäuerlichen Alltag und auch, wie es den Kühen hier ergeht und sein Fazit ist: „Es hat mir sehr gefallen!“ Er bewundert die Arbeit von Landwirt Andresen, er habe sich trotz der Betriebsgröße die Liebe zum Tier erhalten. Deshalb entschuldigte sich der Modeleisenbahnbauer auch ausdrücklich bei dem Landwirt: „Es tut mir leid, dass wollte ich nicht.“ Seine Plakatkampagne sollte sich auch nicht gegen die Landwirte wenden, sondern den Verbraucher aufrütteln: „Das ist von uns wahrscheinlich auch ungeschickt gemacht worden“, so Gerrit Braun.

 

Friedensgipfel geglückt

 

„Ich bin sehr froh, dass ich nicht in die Güllegrube geworfen wurde und sehr freundlich und nett von dir empfangen wurde“, sagte Braun zur Verabschiedung und ging mit der Idee nach Hause, den Hof von Bauer Andresen in Miniaturform nachzubauen. Dazu möchte Gerrit Braun im Miniatur Wunderland verschiedene Arten der Landwirtschaft in verschiedenen Höfen darstellen, um zu zeigen, was der Verbraucher bei verschiedener Tierhaltung an Qualität bekommt und dafür zahlen muss.

 

Qualität hat ihren Preis

 

Im Restaurant des Miniatur Wunderlandes haben die Besucher bereits die Wahl, ob sie mehr Geld für bessere Fleischqualität ausgeben möchten. „Wir haben ja schon länger für ein Euro mehr zum Beispiel eine Bio-Currywurst hier im Sortiment. Aber keiner hat es war genommen, deswegen haben wir ein Schild direkt vor die Nase gestellt, da steht groß drauf: Für einen Euro mehr kriegst du Bio und da unter eine Information, dass man damit der Landwirtschaft helfen könnte, besser zu produzieren“, so Frederik Braun.

Jetzt muss der Kunde entscheiden, was er lieber haben will: Billiges- oder Biofleisch?

 

Andreas Geerken / Nicole Ide

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