Freiwillige Feuerwehr – von wegen! Familienvater wird zwangsverpflichtet

 

Wenn’s brennt, dann kommt die Feuerwehr, oder? Nicht immer, denn vor allem in kleinen Gemeinden gibt es nicht genug Personal und deswegen wurde Thomas Marter aus Grömitz für 12 Jahre zwangsverpflichtet. Und laut Grundgesetzt ist das auch vollkommen zulässig!

 

Was Maschinenbauingenieur Thomas Marter von seinem unfreiwilligen Nebenjob hält, sehen Sie im Video.

 

Grundgesetzt erlaubt die Zwangsverpflichtung

 

Gemeinden, egal wie klein sie auch sind, müssen gewährleisten, dass es genug Feuerwehrleute in ihrer Umgebung gibt. Ist das nicht der Fall, dürfen sie tatsächlich ihre Bürger dazu zwingen, in die Freiwillige Feuerwehr einzutreten. Dies kann dann laut Gesetz Einwohner im Alter zwischen 18 und 63 Jahren betreffen.

 

Brandgefährliche Gemeinde Grömitz

 

Es kommt jedoch eher selten vor, dass Gemeinden zu diesem krassen Vorgehen gezwungen sind. "Es gibt das Brandschutzgesetz des Landes Schleswig-Holstein, das in letzter Konsequenz eben die Möglichkeit gibt Pflichtfeuerwehren zu bilden zusammen mit einem Beschluss der Gemeindevertretung und dieser Beschluss ist gefasst worden im Dezember letzten Jahres“, erklärt der Bürgermeister von Grömitz Mark Burmeister (parteilos). 

Durch die Zwangsverpflichtungen wurden 14 neue Feuerwehrleute rekrutiert. Das Erstaunliche:  Jetzt haben sich auch 44 Freiwillige gemeldet, die nun aus freien Stücken bei der Freiwilligen Feuerwehr arbeiten wollen.

 

Seit Jahren Nachwuchsprobleme

 

In den letzten vierzehn Jahren hat Schleswig-Holstein 45 Freiwillige Feuerwehren verloren. Es mangelt einfach an allen Ecken und Enden an dem nötigen Personal. Dabei machen die Ehrenamtler 95 Prozent aller Feuerwehrleute aus. Sich neben einem Vollzeitjob für ein Ehrenamt wie das bei der Freiwilligen Feuerwehr zu engagieren, ist nicht selbstverständlich und für viele Menschen einfach nicht umsetzbar. Zurzeit gibt es in Schleswig-Holstein 1342 freiwillige Feuerwehren.

 

Katharina Steinhöfel / Camilla von Elm

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