Neuer Streik der Lokführer trifft auch den Norden

 

Die Kunden der Deutschen Bahn sind auch in Niedersachsen und Bremen vom längsten Streik in der Geschichte des Unternehmens stark betroffen. Der Personenverkehr soll von Donnerstag um 2.00 Uhr an für vier Tage lahmgelegt werden. Betroffen sind dann Fern- und Regionalzüge, aber auch die S-Bahnen der Deutschen Bahn. Etwa zwei Drittel der Züge in Niedersachsen und Bremen werden ausfallen. Bereits an diesem Mittwoch beginnt um 15.00 Uhr der Ausstand im Güterverkehr. Der Streik soll am Montagmorgen um 4.00 Uhr beendet werden.

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Es ist der sechste Streik im laufenden Tarifkonflikt und der längste seit Gründung der Deutschen Bahn AG im Jahr 1994. Bahnchef Rüdiger Grube hatte die Gewerkschaft noch am Dienstag zur Mäßigung aufgerufen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begründete die Aktion mit der Weigerung der Bahn, über einen eigenständigen Tarifvertrag auch für Berufsgruppen zu verhandeln, die nicht Lokführer sind.

«Wir versuchen, unsere Kunden trotz des Streiks auf vielen Linien zu bedienen», sagte Egbert Meyer-Lovis, Sprecher der Deutschen Bahn. So werde es zum Beispiel von Hannover nach Bremen oder von Osnabrück nach Bremen alle zwei Stunden einen Regionalexpress geben. Auch Busse sollen die Bahnkunden befördern, etwa von Rotenburg nach Verden oder von Nienburg nach Minden. Dennoch werde es auch bei der S-Bahn in Hannover etliche Ausfälle geben.

Betroffen ist zudem das Drehkreuz Maschen, dort werden sich die Güterzüge stauen. «Wir versuchen, die besonders empfindlichen Güter zu befördern», erklärt Lovis. Zeitkritisch sei dabei zum Beispiel die Grundversorgung mit Mineralölstoffen. Der ADAC rechnet zum Wochenende mit langen Staus auf den niedersächsischen Autobahnen. «Vor allem an den Baustellen auf der A7 im Dreieck Walsrode in beiden Richtungen und im Großraum Hamburg befürchten wir Staus», sagte Christine Rettig, Sprecherin des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Das Ende der Herbstferien in Niedersachsen und Bremen am Wochenende verursache ohnehin ein hohes Verkehrsaufkommen, durch den Streik würden dann viele zusätzlich aufs Auto umsteigen. Auch in den Ballungszentren wie Hannover, Bremen und Braunschweig werden Pendler, die sonst mit der S-Bahn fahren, aufs Auto umsteigen.

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Eine andere Alternative sind Fernbusse: «Wir rechnen mit 50 Prozent mehr Buchungen und werden rund 20 bis 30 Prozent zusätzliche Busse einsetzen», sagte Rettig. Auch bei den Mitfahrgelegenheiten sind etliche Strecken in den kommenden Tagen bereits ausgebucht - zum Beispiel die Strecke Bremen-Berlin.

Die Züge der privaten Eisenbahngesellschaft Metronom seien vom Streik nicht betroffen, teilte ein Sprecher mit. Verspätungen seien aber nicht ausgeschlossen. Über zusätzliche Halte an S-Bahnstationen wollte das Unternehmen kurzfristig informieren. «Natürlich befürchten wir, dass es zu erheblichen Behinderungen kommen kann», sagte am Mittwoch eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Hannover. «Der Streik stellt die Unternehmer vor große Herausforderungen.» Es komme der Verdacht auf, dass es sich eher um einen Gewerkschaftskampf handelt, der da ausgetragen wird.

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