Ermordeter Brasilianer Matheus A. lag vier Monate in Wohnung des Angeklagten

 

In Hamburg hat heute der Prozess gegen Marco T. begonnen. Der 46-Jährige soll den 28-Jährigen Brasilianer Matheus A. ermordet und die Leiche in seiner Wohnung versteckt haben – bis die Polizei diese dort vier Monate später fand. Als heute die Anklage verlesen wird, zeigt sich der 46-jährige Italiener emotionslos.

 

Der Tod trifft die Mutter des Brasilianers schwer


Mutter und Schwester des Opfers sind Nebenkläger. Sie sind am ersten Verhandlungstag zwar nicht vor Gericht dabei, werden ihn aber aufmerksam verfolgen, erklärt ihr Anwalt Dennis Grünert. Der Tod ihres Sohnes sei wegen der grausamen Umstände besonders schwer für seine Mutter. Sie hatte ihn von Brasilien nach Deutschland geschickt, nachdem er dort bereits einmal Opfer von Kriminalität geworden war. „Und genau das war eben auch die Intention der Mutter, dass ihr Sohn hier zumindest mal seiner Ausbildung entsprechend eine Arbeit findet und natürlich auch in Frieden leben kann. Ohne Angst haben zu müssen vor etwaiger Kriminalität“, so Dennis Grünert. Doch in Hamburg traf der ausgebildete Informatiker dann auf Marco T.

 

Die Tat im September 2019


Es ist nicht klar woran Matheus A. in der Nacht auf den 22. September gestorben ist. Sowohl eine Überdosis Drogen, die ihm der Angeklagte Marco T. heimlich in ein Getränk gemischt hatte, als auch die spätere Gewalt durch den Angeklagten könnten ihn umgebracht haben.

Die Männer hatten in der Nacht zusammen eine Geburtstagsfeier besucht. Danach überredete Marco T. den 28-Jährigen, noch mit in seine Wohnung in der Hamburger Neustadt zu kommen. Dort soll er heimlich ein Ecstasy-Amphetamingemisch in dessen Getränk gemischt haben. Als die Drogen wirkten, soll der Angeklagte Matheus A. in sein Schlafzimmer gebracht haben, um sich an ihm zu vergehen. Als sein Opfer schrie und sich wehrte, soll er es mit Gewalt zum Schweigen gebracht zu haben. Der junge Brasilianer starb kurz darauf und wurde erst vier Monate später von der Polizei in der Wohnung von Marco T. gefunden.

 

Zeuge aus früherer Tat

 

Das Besondere an diesem Prozess: Es gibt einen Zeugen, der gegen Marco T. aussagen könnte. Marco T. soll diesem bereits im Juli 2018 K.O.-Tropfen verabreicht und ihn danach vergewaltigt haben. Später wollte Marco T. ihn mit Fotos und Videos der Handlungen erpressen. Trotzdem wandte er sich an die Polizei.

 

Elena Rosemeyer

 

 

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