Eingefroren in der Arktis: Hamburger Journalistin bei Expedition dabei

 

Es ist die größte Forschungsexpedition in die Arktis aller Zeiten. Eingeschlossen in einer Eisscholle driftet das norddeutsche Forschungsschiff Polarstern seit Oktober ein Jahr lang durch das Nordpolarmeer. Welche Route die Polarstern dabei nimmt, bestimmt allein die Natur. Mittendrin: die Hamburger GEO-Reporterin Marlene Göring.


In unserem Video erzählt sie von ihren Erlebnissen.


Der Auftrag der „Polarstern“

 

Im September 2019 macht sich die 118 Meter lange "Polarstern" von Tromsö, Norwegen aus auf zur größten Polarexpedition der Geschichte: ein Jahrzehnt Planung, 20 Nationen, hunderte Forscher. Gemeinsam wollen sie den Klimawandel ergründen. „Die Arktis ist ja eng gekoppelt an das Klimageschehen im Rest der Welt und wir werden auch das Klima in unseren Breiten nicht robust vorher sagen können, wenn wir nicht wissen, wie es in der Arktis weiter geht." sagt Markus Rex, Leiter der Expedition MOSAiC.


Eine Forschungsstadt auf einer Eisscholle


Anfang Oktober schiebt sich der Eisbrecher dann in eine 2,5 mal 3,5 Kilometer große Eis-Scholle und stellt die Maschinen ab. Hier festgefroren driftet das Forschungsschiff nun 1 Jahr durch das Eismeer. Drumherum: eine Forschungsstadt. Direkt auf dem Eis.

 

Jeden Tag sah die Scholle wirklich anders aus

 

Unter den Forschern ist die Hamburger GEO-Journalistin Marlene Göring. Sie durfte die ersten Wochen der Expedition begleiten. "Am Anfang hab ich noch versucht Notizen zu machen per Handschrift - macht nicht so viel Sinn, weil auch die Kulis einfrieren, das wird dann einfach zu kalt."

Trotzdem kann sie ihre Eindrücke festhalten. Die zentrale Arktis, eine fast eintönige Landschaft, ohne Gletscher und Eisberge. Marlene Göring beschreibt sie als "Eiswüste", die sie immer wieder überrascht hat. "Am verrücktesten fand ich wirklich, wie viele Formen und Farben man in so einer Einöde auch entdecken kann.(...) jeden Tag sah diese Scholle wirklich anders aus."

 

„Ich habe mein Herz verloren ans Eis“

 

Mittlerweile ist die Journalistin zurück in Hamburg und schreibt für Stern und GEO über ihre Reise. "Das ist wirklich so ein bisschen als lässt man einen Freund im Stich, weil die anderen bleiben ja oben und müssen weiter arbeiten und dürfen auch da oben weiter bleiben und man selber wird so raus gekickt."
Für Marlene Göring steht fest, dass sie die Forschungsreise sofort wieder machen würde. Heute sagt sie: „Ja, ich habe mein Herz verloren ans Eis.“

 

Jana Schubert/Elena Rosemeyer

Mag ich