Einbecker Feuerteufel hält die Feuerwehr in Atem

 

Im unermüdlichen Einsatz sind derzeit die Feuerwehrfrauen und -männer in Einbeck (Landkreis Northeim). Allein in den letzten 10 Tagen mussten die Einsatzkräfte bereits 13 Mal ausrücken – jedes Mal zu vorsätzlich gelegten Bränden. Doch damit nicht genug: Bereits im Juli hatten es die Einbecker mit einem Feuerteufel zu tun. Immer wieder brannten Gartenlauben, Gebäude und Strohballen. Vor zwei Wochen gelang es der zuständigen Polizei dann endlich, die Täterin, eine 30-jährige Frau festzunehmen. Doch die Ruhe nach dem Sturm hielt nur kurz an, denn nun brennt es wieder und wieder. Es scheint als wäre ein neuer Feuerteufel am Werk.

 

Warum die Feuerwehr langsam an ihr Limit kommt, erfahren Sie im Video.

 

Fünf Brände an einem Wochenende

 

Erst am Samstagabend war ein Feuer in einem seit 15 Jahren leerstehenden Wohnhaus ausgebrochen. Rund 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Polizei kämpften gegen die Flammen an und verhinderten Schlimmeres und das zum zweiten Mal an diesem Tag. Bereits am Samstagmorgen war es zu einem vorsätzlich gelegten Brand in einer Metallbaufirma im Raum Einbeck gekommen. Dort war ein Schaden in Höhe von ca. 80.000 Euro entstanden.

 

Doch damit nicht genug, schon einen Abend später brennt es wieder: Eine Scheune des Einbecker Ortsteil Kohnsen stand lichterloh in Flammen. Zeitgleich wird nur zehn Kilometer weiter ein Feuer in einem kleinen Schuppen gemeldet. Die Einsatzkräfte kommen kaum noch hinterher. Aber es scheint wie verhext: Nur wenige Minuten später kam es zu einem dritten Brand – dieses Mal in der Kreisstadt Northeim. Dort stiegen Flammen aus einem Holzanbau eines Wohnhauses empor. Es ist beinahe eine Zerreißprobe für die Einsatzkräfte. Gemeinsam gelang es ihnen letztlich der Flammen Herr zu werden. Wie durch ein Wunder wurde bei allen Bränden niemand verletzt. Der Gesamtschaden der Brände am Sonntagabend wird auf etwa 55.000 Euro geschätzt.

 

Aber die Brandserie geht noch weiter: Am Montagabend brannte es schon wieder. Dieses Mal standen 20 Kubikmeter Langholz in Flammen und drohten auf das angrenzende Waldstück überzugreifen. Erneut sind die unermüdlichen Helferinnen und Helfer der Feuerwehr rechtzeitig vor Ort und bringen die lodernden Flammen unter Kontrolle.

 

Polizei richtet Sonderkommission ein

 

Nach diesem ereignisreichen Wochenende tappt die zuständige Polizei Northeim bisher weiter im Dunkeln und reagierte mit der Einrichtung einer Sonderkommission auf die jüngsten Vorfälle der Brandserie. So werden die bisherigen Ermittlungskräfte der Polizei Northeim nun durch weiteres Personal gestärkt. „Deren Aufgabe ist es jetzt natürlich die einzelnen Brände detailliert zu untersuchen, Tatzusammenhänge festzustellen und entsprechende Sachbeweise auch zu sichern“, erklärt Polizeieinsatzleiter Niklas Fuchs im RTL-Interview.  Vor allem innerhalb der Bevölkerung sei große Verunsicherung zu spüren, sodass dies laut der Polizei ein wichtiger Schritt sei. Außerdem wolle man dem Feuerteufel schnellstmöglich das Handwerk legen. Bisher steht fest, dass der Täter bzw. die Täterin die Brände vorwiegend in den Abendstunden legt. Ein genaueres Muster ist bislang aber nicht erkennbar. Die Polizei ist über Hinweise aus der Bevölkerung dankbar.

 

Vor knapp einer Woche hatte die Polizei bereits eine 30-jährige Frau, die sich in nächster Nähe zweier Brände aufhielt, als Tatverdächtige festgenommen. Später gestand die Frau, mindestens zwei der Brände, darunter den Brand einer Gartenlaube, gelegt zu haben. Kurz darauf wurde sie in eine Psychiatrie eingewiesen und wird dort aktuell behandelt. Insofern könne die Dame die aktuellen Brände nicht gelegt haben, allerdings schließe die Polizei Northeim nicht aus, dass es bei dem aktuellen Täter bzw. der Täterin um eine Person aus dem Umfeld der Dame handele. Die Ermittlungen dauern weiter an.

 

Christoph Heide / Lena Wendt

 

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