Die Bremer Unterwelt: Köstliche Schätze und düstere Bunker

 

Wer mit Stadtführer Andreas Calic unterwegs ist, weiß: Es wird düster. Er führt zu Orten, die Bürger normalerweise nicht zu Gesicht bekommen – ein Labyrinth aus alten Gängen und vergessenen Plätzen, an denen früher das Leben tobte. Die Reise durch den geheimnisvollen Untergrund von Bremen zeigt eine verborgene Welt und längst vergangene Zeiten.

 

Im Video können Sie die magische Stimmung in den Bremer Unterwelten miterleben. 

 

Schatzkammer im Keller

 

Ein Ort, der die Herzen von Weinliebhabern schneller schlagen lässt: der Bremer Ratskeller. Unter dem alten Gewölbe genossen schon Kaiser Wilhelm II und Theodor Fontane edle Tropfen, Schriftsteller Heinrich Heine widmete dem Weinkeller sogar die Strophe eines Gedichtes. Zwei Kilometer ziehen sich die Gänge und Räume unter der Erde hin, eine halbe Millionen Flaschen finden in den dunklen Gemäuern Platz. Schon im Jahr 1405 beschloss der Rat von Bremen, dass in den Kellerräumen des damals neu erbauten Rathauses ein prachtvolles Weinlager entstehen sollte. Es war die Geburtsstunde des Bremer Ratskellers, der später sogar zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Heute lagert hier die weltweit größte Sammlung edelsüßer deutscher Weine. Die älteste Flasche stammt aus dem Jahr 1727. Preis pro Flasche: mindestens 2500 Euro.

 

Vergessene Bunkeranlage erzählt von Krieg

 

Unter dem Vorplatz des Bremer Hauptbahnhofes schlummert ein riesiger Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Nur einige Stufen trennen das geschäftige Treiben am Bahnhof von der verlassenen, unterirdischen Halle . 700 Personen sollten hier vor Luftangriffen geschützt werden. „Man kann davon ausgehen, dass insbesondere in den letzten Kriegsjahren viel mehr Menschen hier Zuflucht gefunden haben. Denn dieser Bunker war ein bombensicherer Ort.“ erklärt Tourführer Andreas Calic. Bis in die 1970er Jahre haben unter dem Bremer Vorplatz Obdachlose gelebt, danach wurde der Schutzraum zum Atombunker. Heute steht das gigantische Bauwerk leer.

 

Roland Rickelmann / Julia Franz

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