Flaschensammler in Niedersachsen


Für die meisten Menschen ist die Pfandrückgabe ein kleiner, positiver Nebeneffekt. Der Pfandbon macht den Einkauf etwas günstiger, aber entscheidend ist das erhaltene Rückgeld meist nicht. Für arme Menschen hat das Sammeln von Pfandflaschen allerdings einen ganz anderen Stellenwert. Es wird zu einer wichtigen Einnahmequelle, ohne die die Betroffenen gar nicht mehr zurechtkommen würden. Allerdings zeigt dies auch, wie stark und wie viele Menschen unter Armut leiden und sich nur noch durch solche Maßnahmen zu helfen wissen.

Flaschensammler gehören vielerorts zum Stadtbild

Allein die direkt sichtbare Entwicklung ist dabei bereits erschreckend. In vielen Städten gehören Flaschensammler an Bahnhöfen, Einkaufsstraßen und Amüsiermeilen mittlerweile zum Stadtbild. Ein Missstand, der zwar unübersehbar ist, aber trotzdem kaum thematisiert wird. Ob abends mit der Taschenlampe aus den Mülleimern gefischt oder mithilfe eines Einkaufswagens in enormen Mengen in den Straßen aufgelesen, das Pfandsammeln zeigt, wie schlimm es um viele Menschen in unserem Land bestellt ist.

Hinter jedem Pfandsammler steckt eine tragische Geschichte

Dabei ist es offensichtlich, dass jeder Mensch, der zum Durchwühlen von Mülleimern gezwungen ist, ein schweres Schicksal erlitten haben muss. Deshalb kann man die Betroffenen auch kaum einer bestimmten Gruppe zuordnen. Alt, jung, männlich, weiblich – Ein Schicksalsschlag kann jeden Menschen aus der Bahn werfen und ihn in eine prekäre Situation bringen, die sein Leben dauerhaft negativ beeinflusst. So ist es auch Carsten Grote aus Hannover passiert. Als er arbeitslos wurde, verlor er auch die Kontrolle über sein Leben. Nun lebt der 44-Jährige auf der Straße, sammelt Flaschen aus Mülltonnen und ist damit bei weitem kein Einzelfall.

Unsere Reporterin Nadja Kott hat ihn im zweiten Teil unserer Wochenserie über Armut begleitet.

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Carsten Grote in Hannover
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