„Deine Anne“: Ausstellung in Hannover bewegt Schüler

 

Es sind die Worte der damals 13-jährigen Anne Frank, die heute die Schülerinnen und Schüler der Leinetalschule Hannover bei der Wanderausstellung „Anne Frank – Ein Mädchen schreibt Geschichte“ beeindrucken. Vor über 75 Jahren hatte das junge jüdische Mädchen ihre Gedanken in ihr kleines rot-weiß kariertes Tagebuch geschrieben. Nach ihrem Tod ist es das, was bleibt und die Besucher der Wanderausstellung in eine unbeschreibliche Welt zieht.

 

Wie die Schüler Anne Frank beschreiben und wie das jüdische Mädchen noch heute das Leben der Schüler beeinflusst, erfahren Sie in unserem Bericht vom 28. Februar 2020 aus der Sendung für Niedersachsen und Bremen.

 

Schüler führen durch die Ausstellung

 

Weltweit gibt es viele Ausstellungen über das Leben der Anne Frank, doch diese ist anders. Speziell ausgebildete Schüler führen durch das Leben der 13- bis 15-jährigen Anne Frank. Schülerin Merle Klein ist eine von ihnen und kann sich mit ihren 15 Jahren besonders in das Leben der fast gleichaltrigen Anne hineinversetzen. Im Vorfeld der Ausstellung hat Merle dafür an einer zweitägigen Schulung teilgenommen und sich zur Ausstellungsbegleiterin ausbilden lassen. Wenn sie wie heute andere Schüler durch die Ausstellung in der Villa Seligmann in Hannover führt, verpasst Merle dafür ihre eigenen Schulstunden. Den Unterricht holt sie gerne zu Hause nach, denn die Geschichte der Anne Frank liegt ihr besonders am Herzen.

 

„Dass man jemanden nur wegen der Religion gejagt hat… echt verstörend“

 

Wäre Anne Frank rund 75 Jahre später geboren, hätte sie vermutlich die Schriftstellerin werden können, die sie damals nicht werden konnte. Vielleicht hätte sie statt ihrem Notizblock dann auch einen Internetblog gehabt, hätte ihre Erlebnisse bei Instagram und Co geteilt – so wie es die Schüler der Leinetalschule Hannover tun. Doch all das blieb Anne Frank verwehrt. Sie wurde im Jahr 1929 als zweite Tochter einer jüdischen Familie geboren. Ihre Kindheit war zunächst von der Flucht vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam geprägt.  Für den 12-jährigen Philipp ist das kaum vorstellbar: „Ich finde es sehr schade, dass man überhaupt jemanden nur wegen der Religion gejagt hat. Das finde ich einfach unerhört. Also echt verstörend.“

 

Kurze Zeit später kommt es für Anne Frank und ihre Familie zu einem Versteckspiel, welches sich über zwei Jahre zieht. Die Siebtklässlerin Zeynep nimmt das besonders mit: „Man versteckt sich, darf nicht mehr raus und hat dann eben einen sehr engen Lebensraum, was für mich eben kaum vorstellbar ist.“ Besonders tragisch, am Ende konnte das Versteck Anne, ihre Schwester Margot und ihre Mutter doch nicht retten. Zeyneps Freundin und Mitschülerin Aaima beschreibt das Leben von Anne Frank so: „Was sie alles erlebt hat – Wahnsinn. Das war voll berührend.“

 

Die Ausstellung zieht weiter

 

Seit 2012 wandert die Ausstellung „Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“ ausgehend vom Anne Frank Zentrum Berlin durch ganz Deutschland. Dabei arbeitet das Anne Frank Zentrum mit verschiedenen Partnern zusammen. In Hannover ist die Ausstellung gemeinschaftlich mit der Rudolf von Bennigsen Stiftung organisiert wurden. Wenn Sie die Anne Frank Wanderausstellung auch an Ihren Ort holen möchten, finden Sie hier weitere Informationen.

 

Lena Wendt

 

Schülerin Merle Klein führt durch die Ausstellung
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