Thema Bildung: Das versprechen die Parteien den Wählern


Bildung, Schulen und Ausbildung sind für die Niedersachsen die wichtigsten Themen im Landtagswahlkampf – das ergab eine Umfrage von infratest dimap. Während die SPD für gerechte Bildungschancen eintritt, setzt die CDU auf Leistung. Was wollen die Parteien in den Schulen ändern, sollten sie nach der Landtagswahl am 15. Oktober an der Regierung beteiligt sein? Ein Überblick:

>> Thema Bildungsgerechtigkeit:

GRÜNE und SPD wollen die Schulsozialarbeit weiter ausbauen, um Lehrer zu entlasten. Außerdem stehen sie für den Ausbau von Ganztagsschulen und wollen die Integrierten Ganztagsschulen stärken.

Die SPD verspricht zudem kostenlose Schülerbeförderung auch für die Klassen 11 bis 13. Bisher können nur Kinder bis einschließlich Klasse 10 umsonst mit Bus und Bahn fahren.

Die CDU plädiert für Leistung. So sollen nach Klasse 3 in den Grundschulen wieder überall Noten gegeben und die Laufbahnempfehlungen wieder eingeführt werden. Auch die CDU will Ganztagsschulen weiter ausbauen. G 9 soll bleiben.

Die FDP will die „weltbeste Bildung für alle“ und legt beim Thema Bildung den Schwerpunkt vor allem auf Digitalisierung.

Die Linke fordert, dass Bildung, Ausbildung und Studium komplett kostenfrei werden.

Die AfD fordert eine „frühe Gewöhnung an leistungsorientierten Unterricht“, Notenpflicht ab Klasse 3, Abschaffung der Ganztagsschule, die „nur das Ziel hat, den Wunsch vieler berufstätiger Eltern nach Betreuung und Verpflegung ihrer Kinder sicherzustellen.“ Auch die Integrierten Gesamtschulen sieht die AfD kritisch, will Oberschulen abschaffen und Haupt- und Realschulen wieder stärken.

Niedersachsen wählt: Das versprechen die Parteien zum Thema Bildung

>> Thema Unterrichtsversorgung:

SPD und GRÜNE wollen wieder eine Versorgung von 100 Prozent. Sie sehen den Grund für Unterrichtsausfall in den Sprachlernklassen für Flüchtlinge, die die Landesregierung geschaffen habe – und zudem, so die Landesregierung, habe Rot-Grün erstmals den Ganztag vernünftig mit Lehrern ausgestattet. Eine Kürzung der Verfügungsstunden etwa für den Ganztag werde es mit der SPD nicht geben“, so Weil.

CDU und FDP versprechen gar eine Unterrichtsversorgung von deutlich mehr als 100 Prozent. Sie wollen zwar auch die Ganztagsschulen weiter ausbauen, setzen bei der Betreuung aber vor allem auf Verbände und Vereine. „Lehrkräfte gehören in den Pflichtunterricht“, so FDP-Chef Birkner.

Die AfD in Niedersachsen äußert sich nicht konkret zum Thema Unterrichtsversorgung, will aber Schulen „entbürokratisieren, um Lehrern mehr Zeit für „gründliche Unterrichtsvorbereitung, aussagekräftige Korrekturen und pädagogische Tätigkeiten“ zu geben.

>> Thema Inklusion:

Die SPD möchte den Weg der inklusiven Schule weitergehen. Auch die Grünen stehen klar zur inklusiven Schule.

Die CDU will der Inklusion erst einmal eine Pause gönnen und eine Bestandsaufnahe machen. Förderschulen sollen beibehalten werden.

Die FDP kritisiert die Umsetzung der Inklusion scharf. Sie möchte sogenannte Inklusionsklassen an den Regelschulen schaffen, so dass Eltern die freie Wahl haben.

Die Linke möchte die volle Inklusion in Regelschulen umsetzen.

Die AfD fordert „die Rückabwicklung der radikalen Inklusion auf den Stand des Schulgesetzes von 2012. Danach müssen bereits geschlossene Förderschulen „sofort wiedereröffnet“ werden. Auch hier setzt die AfD auf Leistung: Bei entsprechendem Elternwunsch soll die „Aufnahme in eine Regelschule nur erlaubt werden, wenn die Leistungsvoraussetzungen für die entsprechende Schulform gegeben sind.

>> Beitragsfreier Kindergarten:

CDU, SPD, Grüne und FDP wollen den Kindergarten komplett beitragsfrei machen. Bisher müssen Eltern nur im letzten Jahr vor der Einschulung keine Gebühren zahlen. Um den Fachkräftemangel bei Erzieherinnen und Erziehern zu bekämpfen, haben die Parteien unterschiedliche Vorschläge. CDU und FDP wollen den Einstieg in eine Vergütung der Ausbildung. SPD kündigt an, für Erzieherberufe und Sozialassistenz Schulgeldfreiheit einzuführen.

>> Studiengebühren:

Die rot-grüne Landesregierung hat die Studiengebühren abgeschafft, CDU und FDP wollen sie auch nicht wieder einführen.

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