Das Trampolin muss weg: Mächtig Ärger im Osnabrücker Kleingarten-Paradies

 

Im Kleingartenverein West e.V bei Osnabrück sind die Fronten verhärtet. Eine Änderung in der Kleingartenverordnung sorgt dafür, dass Trampoline, große Planschbecken sowie fest verankerte Pavillons nicht länger erlaubt sind. Besonders bei Familien mit kleinen Kindern stößt das auf Unverständnis. Bis zur Änderung der Richtlinien waren Trampolinspringen oder eine kleine Abkühlung im mobilen Schwimmbecken nie ein Problem. Warum also die Neuordnung?

 

Was die Beteiligten zum Trampolin-Drama sagen, sehen sie in unserem Video.

 

"Es zerreißt mir das Herz"

 

Michelle Sandkämper kann es kaum glauben: Das Trampolin, dass sie ihrer Tochter Kate zum vierten Geburtstag geschenkt hat, musste abgebaut werden. „Es zerreißt mir das Herz“, sagt die 31-Jährige im Gespräch mit RTL.

Ihren Kindern kann sie gar nicht erklären, warum harmloses Trampolinspringen ab sofort nicht mehr erlaubt ist. Und sie ist nicht das einzige "Opfer" des Trampolin-Ärgers: Insgesamt müssen sechs Kleingärtner ihre Trampoline abbauen.

 

„Ich fühle mich beobachtet“

 

Zunächst weigert sich die Mutter von zwei Mädchen, dem Abbau des Trampolins nachzukommen. Gerade in Corona-Zeiten sei das eine Frechheit, so Michelle Sandkämper. Denn diese Bewegungsform wäre gerade im Anbetracht anderer sportlicher Betätigungen eine gute Abwechslung. 

Da sie aber das Gefühl hat, dass Kontrollgänge rund um ihre Parzelle zunehmen und es auch immer mehr Getuschel gibt, entschließt sie sich schließlich doch dazu, der Aufforderung des Vorstands nachzukommen. „Ich fühle mich beobachtet“, gibt Michelle Sandkämper zu.

 

Der Kleingarten-Verein wird entzweit

 

Vielen Eltern und Großeltern im Verein geht es wie der 31-Jährigen: Sie können die Aufregung nicht verstehen. Das Argument der anderen Seite: Bei Sturm oder Gewitter wären Trampoline ein Risiko-Faktor. Und auch die erhöhte Lautstärke wird immer wieder bemängelt. Jetzt gibt es aktuell zwar keine (fröhlichen) Kinderschreie durch Trampolinspringen mehr - laut könnte es wegen des Streits um die neue Verordnung aber wohl noch öfter werden.

 

Friederike Gründken / Laura Küsel 

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