Corona-Regelbrecher Andy Grote: Trotz Tschentschers Rückendeckung werden die Rücktrittforderungen lauter

 

Andy Grote wollte mit 30 Freunden eigentlich nur seine Wiederernennung zum Innensenator feiern, hat dabei aber gegen die von seiner Behörde zu verantwortenden Corona-Regeln verstoßen. Weil ihm die Institution jetzt ein Bußgeld von 1000 Euro ausgestellt hat, fordern immer mehr Hamburger seinen Rücktritt.

 

Die Opposition wirft Grote Täuschung der Hamburger vor

 

Tschentscher muss Grote entlassen und daran führt kein Weg vorbei - Das zumindest fordern alle Oppositionsparteien geschlossen vom Bürgermeister. Die CDU wirft dem Innensenator vor, über Wochen keine Verantwortung für sein Verhalten übernommen zu haben. „Entweder weiß er nicht was er tut oder er belügt die Hamburger und beides ist gerade in dieser Phase nicht mit dem Amt vereinbar“, beklagt CDU-Bürgerschaftsabgeordneter Dennis Gladiator. Ihn in dieser Position zu halten würde dem Senat schaden und der Politik insgesamt. FDP-Bürgerschaftsabgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein fordert auch direkt seinen Rücktritt. Sie wirft der SPD vor, dass die Partei versucht die Angelegenheit unter den Teppich zu kehren.

 

Der Bürgermeister verweist auf Grotes guten Job

 

Peter Tschentscher bleibt bei seiner Meinung und lässt RTL Nord über seine Pressestelle mitteilen: „Der Bürgermeister bleibt bei seiner Einschätzung, die er ausdrücklich unabhängig vom Ausgang des Bußgeldverfahrens bereits Anfang Juli kommuniziert hat: Herr Grote hat in den letzten Jahren gezeigt, dass er ein sehr guter Innensenator ist und deshalb rechtfertigt ein solcher einmalige Fehler keinen Rücktritt - und keine Entlassung.“

 

Unterstützung für Grote kommt auch von der Polizei

 

„Meines Erachtens füllt die Diskussion das Sommerloch“, sagt Horst Niens. Er ist Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei und spricht für viele Beamte der Stadt. Die Polizei unterliegt der von Andy Grote geleiteten Innenbehörde. Kritische Stimmen werfen dem Senator jedoch gerade deshalb vor, dem Sicherheitspersonal der Stadt in den Rücken gefallen zu sein. Schließlich könne ein Innensenator doch nicht von der Polizei verlangen die Corona-Maßnahmen konsequent durchzusetzen und sich parallel aber nicht selbst an die Regeln halten.

 

Andy Grote steht mit dem Rücken zur Wand

 

Die Ordnungswidrigkeit und das entsprechende Bußgeld hat der Innensenator bereits am Dienstag mit einer Entschuldigung der Öffentlichkeit mitgeteilt und nach eigener Aussage direkt bezahlt. Damit gesteht der Innensenator, dass er in der Hochphase der Corona-Pandemie gegen geltendes Recht verstoßen hat. Weil er genau das aber wochenlang dementiert hat, werden seine Kritiker wohl weiterhin versuchen an seinem Stuhl zu sägen – auch wenn der Innensenator klar und deutlich sagte, dass die „private Zusammenkunft“ Anfang Juni ein „dummer Fehler“ war.

 

Nicole Ide/Christo Tatje

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