Corona lässt Urlaube platzen: Keine Touristen mehr in Schleswig-Holstein

 

Die Inseln in Nord- und Ostsee sind bereits für Touristen gesperrt. Nun sperrt Schleswig-Holstein Urlauber auch im Rest des Landes aus. Damit auch Tagesausflügler keine Anreize mehr haben, müssen die Restaurants ganztags schließen.

Wie die drastischen Maßnahmen ein Hotel in Kalifornien an der Ostsee treffen, sehen Sie im Video.

 

Minister kündigt Kontrollen an

 

"Reisen aus touristischem Anlass werden untersagt. Das kann kontrolliert und ordnungsrechtlich durchgesetzt werden", erklärte Tourismusminister Bernd Buchholz von der FDP. Alle Herbergsbetriebe, Campingplätze und auch Yachthäfen müssen schließen. Urlauber, die noch vor Ort sind, sollen bis zum 19. März abreisen. Aus anderen privaten oder beruflichen Gründen dürfen Menschen aber noch nach Schleswig-Holstein kommen.

 

Tagestouristen unerwünscht

 

Die bundesweite Aufforderung, Menschenansammlungen zu meiden und Sozialkontakte zu reduzieren, kam bei vielen Menschen offenbar nicht an. Wohl auch wegen des guten Wetters waren am vergangenen Wochenende die Küstenorte voll. Sonnenhungrige Ausflügler, viele auch aus dem Umland, tummelten sich in Cafés und standen Schlange an Imbissbuden. Das möchte die Landesregierung unterbinden. "Es gibt für uns aber keinen Grund zu verbieten, dass Menschen an die frische Luft gehen", so Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Seine herzliche Bitte: „Schlicht und ergreifend auch mal dahin zu gehen, wo weniger Menschen unterwegs sind."

 

Teils Ignoranz auf den Inseln

 

Anders als viele übrige Bundesländer hat sich Schleswig-Holstein daher dafür entschieden, Restaurants und Cafés nicht bis 18 Uhr offen zu halten, sondern eine ganztägige Schließung anzuordnen. Essen auf Bestellung darf aber weiter herausgegeben werden. Nötig sei dieser Schritt, weil offenbar viele Menschen die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Corona noch nicht akzeptierten. Davon sprach auch Heidi Braun gegenüber RTL Nord. Die Amtsvorsteherin von Amrum und Föhr berichtete, dass einige Touristen die Aufforderung zum Verlassen der Inseln ignorierten. „Einige haben ihre Fahrräder hinterm Haus versteckt“, so Braun. „Die weigern sich einfach, die Insel zu verlassen.“

 

Land schnürt Finanzpaket

 

Schleswig-Holstein lebt vom Tourismus. 2018 wurden zwischen Nord- und Ostsee 34,5 Millionen Übernachtungen gezählt. Entsprechend groß ist die Sorge in der Branche vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Landesregierung hofft, den Ruin vieler Betriebe mit Finanzhilfen zu verhindern. 500 Millionen Euro werden daher als Nothilfeprogramm bereitgestellt.

 

 

Tobias Deckert / Patrick Testa-Kreitz

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