Corona-Krise bei Lufthansa: 900 Mitarbeiter in Hamburg bangen um ihre Jobs

 

Weltweit sind Airlines von der Corona-Krise betroffen: Flugzeuge mussten stillgelegt werden und können nicht gewartet werden. Viele Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Die Lufthansa plant einen Stellenabbau, der auch den Standort der Lufthansa Technik in Hamburg betrifft. Insgesamt will die Fluggesellschaft 26.000 Jobs einsparen - eine Situation, die auch die Belegschaft im Norden verunsichert. „Wir sind vom Arbeitgeber informiert worden, dass das ansteht. Den Umfang kann ich noch nicht sagen, es ist aber so umfänglich, dass es ein offizielles Konsulationsverfahren gibt. Das bedeutet, dass innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen eine bestimmte Personengruppe wahrscheinlich entlassen werden müssen", erklärt Stefan Reinholdt heute. Er ist Betriebsratsvorsitzender von Lufthansa Technik.

 

Stellenabbau für Experten nicht überraschend

 

Nach Informationen von RTL Nord könnten bis zu 900 Arbeitsplätze betroffen sein. Für Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt ist das keine Überraschung. „Der Luftverkehr […] ist zusammengebrochen, wird auf Jahre hinaus die Nachfrage fehlen und wo kein Geld in die Kasse kommt, kann man auch nicht alle Mitarbeiter an Bord halten. Das ist bitter, aber das ist leider wirtschaftliche Realität.“

 

Kritik an Kürzungen nach 9 Milliarden Staatshilfen

 

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert diesen Schritt jedoch hart. Besonders im Hinblick auf die 9 Milliarden Staatshilfen, die der Konzern in der Krise bekommt. „Es ist ein Problem, Steuergelder zu nutzen, um Betriebe zu retten, wenn damit nicht auch einhergeht, dass die Arbeitsplätze gesichert bleiben und die Tarif-Standards erhalten bleiben.“ Heinrich Großbongardt weist darauf hin, dass diese Staatshilfen an Bedingungen geknüpft sind: „Die neun Milliarden, die die Lufthansa vom Bund bekommt, sind ja keine mildtätige Gabe, sondern das sind Kredite, die zurückgezahlt werden müssen und vor allem, die teuer verzinst werden. […] Und deshalb muss die Lufthansa natürlich sehen, dass sie die Zinsen und die Tilgung auch erwirtschaftet und deshalb mit den Kosten runterkommt.“

Wie hart der Standort Hamburg getroffen wird, soll sich im kommenden Monat zeigen.

 

Bastian Vollmer/Elena Rosemeyer

 

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