Corona-Effekt: Adoptions-Boom in Bremer Tierheim

 

Kaum soziale Kontakte, viel Homeoffice. Für manche offenbar ein Grund, sich ein Haustier anzuschaffen. Zwischen Anfang März bis Ende Mai 2020 hat das Tierheim Bremen doppelt so viele Tiere vermittelt wie vor einem Jahr. „Im letzten Jahr waren es 156 Tiere und in diesem Jahr über 300“, sagt Sprecherin Gaby Schwab. Besonders beliebt seien Hunde und Katzen.

 

Termine mussten vereinbart werden

 

„Es wurde viel gemacht im Homeoffice. Dadurch haben die Familien gemerkt: Wir haben jetzt Zeit dafür“, meint Tierpflegerin Carmen Valdenebro-Beyer. Um Spontankäufe zu verhindern, gab es im Tierheim Bremen besondere Regelungen: Wer ein Tier adoptieren wollte, konnte während des Lockdowns nicht einfach spontan vorbei schauen, sondern musste vorher einen Termin vereinbaren, zum Kennenlernen mit dem Tier, das möglicherweise ins Zuhause einziehen soll. Dadurch lief nicht nur die Vermittlung von Hunden und Katzen besser, sondern auch die von Kleintieren wie z.B. Hasen: „Durch die Terminvergabe hatten wir dementsprechend bessere Möglichkeiten um uns mehr Zeit zu nehmen für die Leute, als wenn wir geöffnet haben und dann ist man immer ein bisschen unter Zeitdruck. Dadurch haben wir jetzt viel mehr Zeit für die Tiere gehabt und auch für die Vermittlungen an sich und wir haben unglaublich gut vermittelt“, sagt die Pflegerin.

 

Werden Tiere wieder zurückgebracht?

 

Angst davor, dass adoptierte Tiere aus dem Tierheim wieder abgegeben werden, hat Gaby Schwab nicht. Dass es aber trotzdem wieder voller werden wird, daran hat sie keine Zweifel. „Es ist ja auch über die Züchter unheimlich viel verkauft worden, es ist im Zoohandel viel verkauft worden, es ist über eBay viel verkauft worden. Illegale Welpenhändler haben richtig gute Geschäfte gemacht. Und da gab es sicherlich viele Spontankäufe, die irgendwann demnächst in den Tierheimen landen werden, nicht nur bei uns“, sagt die Sprecherin.

 

Jule Blaase / Roland Rickelmann

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