11 Brände in acht Monaten: Feuerwehrmann als mutmaßlicher Serienbrandstifter vor Gericht

 

Ein 51-jähriger Mann aus Sierksrade muss sich ab heute vor dem Lübecker Landesgericht im Prozess um eine Brandstiftungsserie verantworten. Ihm wird vorgeworfen, zwischen November 2018 und Juni 2019 elf Brände auf landwirtschaftlichen Betrieben gelegt zu haben. Absurderweise ist der Angeklagte selbst Feuerwehrmann. Zeugen lieferten am ersten Prozesstag Anhaltspunkte für ein mögliches Motiv: Rache nach einem Streit auf der Arbeit.


Über Monate brennen immer wieder Bauernhöfe in Schleswig-Holstein


Der Vorwurf: Zwischen November 2018 und seiner Festnahme im Juni 2019 habe der Angeklagte Wolgang M. absichtlich elf landwirtschaftliche Betrieb im Kreis Herzogtum Lauenburg und Umgebung in Brand gesetzt. Dabei entstand Schaden in Millionenhöhe, Menschen sind nicht verletzt worden. „In mindestens zwei Fällen hat der Angeklagte billigend in Kauf genommen, dass die Flammen auch auf Wohngebäude hätten übergreifen können“, sagte Staatsanwalt Florian Büchmann zu Prozessbeginn. Laut dem Verteidiger des Angeklagten fehlen grundlegende Beweise. „In vielen der vorliegenden Fälle ist nicht einmal nachgewiesen, dass überhaupt Brandstiftung vorliegt“, so Rechtsanwalt Arne Timmermann.


Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr belasten Angeklagten am ersten Prozesstag


Seit Mai 2018 war Wolfgang M. Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sierksrade. Am Montag berichteten mehrere Zeugen von einer Auseinandersetzung auf der Arbeit, die ein mögliches Motiv nahelegt. Kurz vor der ersten Tat im November 2018 habe es Streit gegeben, weil der Angeklagte nicht mit zu einem Löscheinsatz fahren durfte. Der 51-Jährige selbst wollte sich nicht zu diesen Vorwürfen äußern. Insgesamt mehr als 50 Zeugen lädt das Gericht in diesem Prozess zu einer Aussage vor. Ein Urteil wird für Anfang März erwartet. Bei einer Verurteilung hätte der Angeklagte mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe zu rechnen. Seit Juni 2019 sitzt er in Untersuchungshaft.


Lorraine McIlvenny

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