Azubis allein zu Haus: Warum Auszubildende in Bremen gerade in Geisterhotels arbeiten

 

In den meisten Hotels in Niedersachsen und Bremen herrscht gerade gähnende Leere. Wegen der Corona-Krise sind sie geschlossen, die Beschäftigten in Kurzarbeit. Nur die Azubis können nicht in Kurzarbeit geschickt werden und halten in vielen Betrieben noch die Stellung.

Auch im Bremer Atlantic Hotel an der Galopprennbahn bleibt ein Großteil der 80 Beschäftigten zuhause. Seit 23. März haben dort keine Gäste mehr übernachtet. Das Ieerstehende Hotel verwalten deswegen jetzt die Auszubildenden und bereiten sich dabei auf ihre Abschlussprüfungen vor.

 

Warum Azubi Maximillian im Geisterhotel trotzdem alle Hände voll zu tun hat, sehen Sie im Video

 

Keine Kurzarbeit für Auszubildende

 

Auszubildenden darf in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden, denn der Ausbildende hat eine gesetzliche Ausbildungspflicht. Das bedeutet auch, dass Ausbilder jederzeit zur Verfügung stehen müssen und nicht alle gleichzeitig zu Hause bleiben können.

Der Betrieb muss deswegen alles in seiner Macht Stehende versuchen, um die Ausbildung aufrecht zu erhalten – selbst, wenn die anderen Mitarbeiter schon in Kurzarbeit sind.

 

„Sie sind die tragende Säule“

 

Der Direktor des Atlantic Hotels Stefan Kohlhase ist froh, dass seine Azubis im Hotel die Stellung halten. „Die sind im Moment die tragende Säule, ich bin sehr dankbar, dass wir die Auszubildenden hier haben. Man kann ihnen viele Aufgaben geben, die sich gleich verstehen und die man nicht lange erklären muss.“

Die besucherfreie Zeit wollen die Azubis auch weiterhin nutzen, um sich intensiv auf ihre Prüfungen vorzubereiten.

 

Thees Jagels / Luisa Ziegler

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