Vergraben unter Schnee und Eis: Ausstellung erinnert an Ausnahme-Winter vor 40 Jahren


Es ist Ende Dezember, 1978. Wie aus dem Nichts bricht der Winter über Norddeutschland ein – und der hatte es in sich. Minus 20 Grad, strenger Frost und Unmengen an Schnee. Es ist ein echter Ausnahme-Winter.

Der Wintereinbruch kommt so schnell und so heftig, dass fast alles lahmgelegt wird: Autofahrer werden noch auf der Autobahn eingeschneit und müssen sich aus den Wagen befreien. In Raststätten harrten sie aus und warteten auf Hilfe. Besonders für die Landwirte in Schleswig-Holstein war die Schneekatastrophe fatal. Kühe konnten nicht gemolken werden, Ferkel erfroren. Die Bundeswehr musste Menschen retten und zum Teil mit dem Panzer in Krankenhäuser bringen.

„Schneekind“ eröffnet Ausstellung

Im Kreismuseum in Itzehoe widmet sich jetzt eine Ausstellung dem Katastrophen-Winter. Initiiert wurde die von Miriam Hoffmann. Sie selbst hat einen besonderen Bezug zur Schnee-Katastrophe, denn sie wurde im verhängnisvollen Winter 78/79 geboren, erzählt sie: „Jedes Jahr am 4. Januar erzählt meine Mama, wie schwierig es war, welche Angst sie hatte. Ob sie das Kind überhaupt im Krankenhaus gebären könnte oder nicht und diese Geschichte höre ich jedes Jahr. Also mir ist es so, als wäre ich selber dabei gewesen, obwohl ich ja bewusst nicht dabei war.“

17 Menschen kommen in Norddeutschland ums Leben. Und trotzdem haben heute viele eine positive Erinnerung an den Winter. An die Hilfsbereitschaft und Solidarität untereinander. Das zeigen Privatfilme, die Miriam Hoffmann für ihre Ausstellung zugeschickt bekam. Im Video berichtet unsere Reporterin Finja Rathmann über den verhängnisvollen Winter vor 40 Jahren und die Ausstellung von Miriam Hoffmann. 

>> Die Ausstellung im Kreismuseum Itzehoe geht vom 11. November bis zum 24. Februar 2019. Es gibt mehrere Führungen, auch mit Experten und Lesungen. Mehr Infos zu der Ausstellung finden Sie hier

Ausstellung in Itzehoe erinnert an Jahrhundert-Katastrophe vom Winter 78/79
Mag ich