Aus Supermarkt wird Schweinestall

Greenpeace protestiert vor Edeka

 

Greenpeace-Aktivisten haben heute in einer Protestaktion vor einem Supermarkt in Hamburg-Barmbek für besseren Haltungsbedingungen von Tieren aufgerufen. Dabei haben rund 30 Beteiligte  eine Filiale der Lebensmittelkette Edeka von außen in einen Schweinestall verwandelt.

Die Umweltorganisation fordert mehr Transparenz für die Verbraucher. Wie unzureichend die Bedingungen für Tiere sind und warum gerade Edeka aufzuholen hat, zeigen die Reporter Arthur Achmetgalief und Jacqueline Schulz im Video.

 

Der Protest richtet sich gegen Tierleid und Billigfleisch

 

Es geht um das Ende des Tierleids in der Fleischproduktion und Wahlmöglichkeiten für Verbraucher beim Kauf von Fleisch.  Deshalb hat Greenpeace die Fenster des Supermarktes großflächig mit Fotos beklebt. Die Bilder zeigen Tiere in verdreckten, engen Ställen mit Spaltenböden. „Bei Edeka verkauftes Fleisch wird häufig unter Bedingungen produziert, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen”, sagt Lasse van Aken, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. „Diese Haltungsbedingungen verschweigt Edeka seinen Kunden. Edeka gibt vor, Lebensmittel zu lieben, verschleiert aber deren Herkunft.”

 

Edeka verweigert als einzige große Handelskette Aufklärung der Kunden

 

Laut Greenpeace kennzeichnen alle anderen großen Supermarktketten Fleisch nach Art der Haltung. Nur bei Edeka können Verbraucher in der Regel nicht erkennen, wie die Tiere aufgezogen wurden, deren Fleisch sie kaufen. „Lidl, Aldi und Rewe sind vorangegangen, während Edeka das Informationsbedürfnis und den Wunsch der Verbraucher nach besserer Tierhaltung ignoriert“, sagt van Aken. Stattdessen sollte die größte deutsche Supermarktkette eine Vorreiterrolle übernehmen und für höhere Standards sorgen: „Edeka muss Haltung zeigen und Tierleid beenden. Wir fordern Edeka auf, ausschließlich Fleisch aus artgerechter und umweltschonender Produktion zu verkaufen.“

 

Edeka verspricht zu handeln

 

Edeka weist die Vorwürfe von Greenpeace entschieden zurück. Laut einer schriftlichen Stellungnahme strebt der Edeka-Verbund eine branchenweit einheitliche Kennzeichnung der Haltungsformen an. Ziel solle ein ganzheitlicher Lösungsansatz sein, der nicht nur verpackte Ware (wie sie Discounter anbieten) abdeckt, sondern auch das vielfältige Angebot von Supermärkten mit Bedienungstheken berücksichtigen soll. Das Presseteam von Edeka erklärte weiter, dass sich das Unternehmen gemeinsam mit anderen Händlern aktuell intensiv für eine solche einheitliche Lösung einsetzen würde. Ziel sei es, Verbrauchern eine transparente und nachvollziehbare Information am Produkt und an der Frischetheke zu ermöglichen. „Wir erwarten eine entsprechende Vorstellung eines solchen gemeinsamen Labels bereits innerhalb der nächsten Wochen“, erklärt Kerstin Hastedt von Edeka.

Greenpeace protestiert vor Edeka
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