Aufbereitung statt Abfallkorb: So werden Thrombosestrümpfe recycelt

 

Fast jeder, der schon einmal im Krankenhaus gelegen hat, kennt sie: Thrombosestrümpfe. Mit den Socken in XXL-Länge sollen lebensgefährlichen Blutgerinnseln vorgebeugt werden. Was weitaus weniger bekannt ist: Die Strümpfe werden nach der Benutzung nicht entsorgt, sondern gehen nach Bremerhaven. Denn hier werden sie in einem bundesweit einzigartigem Verfahren aufbereitet.

 

Im Video sehen Sie, wie aus alten Socken wieder neue werden.

 

So lange sind die Strümpfe haltbar

 

Die Wäscherei in Bremerhaven hat gut zu tun: Säckeweise kommen hier Strümpfe aus ganz Deutschland an. Kaum vorstellbar, müssten die Textilprodukte nach dem einmaligen Tragen entsorgt werden. Natürlich haben aber auch die wiederaufbereiteten Strümpfe eine begrenzte Haltbarkeit: Nach zehn Mal Waschen, Trocknen und Zusammenlegen ist die medizinische Funktion nicht mehr gewährleistet. Dank eines Barcodes kann nachverfolgt werden, wie lange die Socken noch halten.

               

Arbeit für Menschen mit Behinderungen

 

Die Wäscherei in Bremerhaven ist kein normaler Betrieb: Sie ist Teil der Elbe-Weser-Werkstätten. Das ist eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. So hat die Aufbereitung der Thrombosestrümpfe auch einen positiven wirtschaftlichen Aspekt: Denn die Menschen in den Werkstätten würden anderswo auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht unbedingt einen Beschäftigung finden. Und sie arbeiten in der deutschlandweit einzigartigen Aufbereitung von Thrombosestrümpfen. Eine ökologisch sinnvolle Idee und ein schönes Beispiel für Nachhaltigkeit und soziales Miteinander.

 

Anna Böker / Daniel Kandora

 

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